Charles Laughton

Charles Laughton [ˈlɔtn] (* 1. Juli 1899 in Scarborough, England; † 15. Dezember 1962 in Hollywood, Kalifornien) war ein zunächst britischer, ab 1950 amerikanischer Schauspieler sowie Regisseur bei Theater und Film.
Charles Laughton gehörte jahrzehntelang zu den weltweit führenden Charakterdarstellern und wurde unter anderem mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller für Das Privatleben Heinrichs VIII. (1933) ausgezeichnet. Es folgten Hauptrollen in Filmklassikern wie Meuterei auf der Bounty, Der Glöckner von Notre Dame, Zeugin der Anklage und Spartacus. Laughtons einziger Film als Regisseur war Die Nacht des Jägers (1955), welcher damals an den Kinokassen floppte, heute aber bei vielen Filmkritikern als einer der besten Filme aller Zeiten gilt.

Charles Laughton wurde als Sohn des Hotelier-Ehepaares Eliza (1869–1953) und Robert Laughton (1869–1924) in der englischen Grafschaft Yorkshire geboren. Er hatte einen kurzen Einsatz im Ersten Weltkrieg. Obwohl er zunächst bei seinen Eltern als Hotelier arbeitete, begann er sich schon früh für Schauspielerei zu interessieren und war Mitglied einer Gruppe von Amateurschauspielern. Nach seiner Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art in London stand er erstmals 1926 professionell auf der Bühne im Londoner Barnes Theatre. Schnell konnte der junge Schauspieler mit seinen Auftritten in den Stücken The Cherry Orchard und The Three Sisters die Kritiker auf sich aufmerksam werden lassen. 1928 spielte er in dem Stück Alibi als erster Schauspieler die Rolle des Detektivs Hercule Poirot von Agatha Christie. Sein Filmdebüt gab er ebenfalls 1928 in Daydreams (nach H. G. Wells), in dem seine spätere Ehefrau Elsa Lanchester ebenfalls mitspielte. Beide sollten bis 1957 in insgesamt elf Filmen miteinander auftreten, zuletzt unter der Regie von Billy Wilder in Zeugin der Anklage, wo Lanchester die überfürsorgliche, nervende Pflegerin von Laughtons Figur spielte.
Seine erste Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alexander Korda war Das Privatleben Heinrichs VIII. (1933). Für diese Rolle wurde er 1934 in Abwesenheit mit einem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Es folgten unter anderem Der Tyrann (1934), Meuterei auf der Bounty (1935) und Rembrandt (1936). Diese Filme etablierten den Charakterdarsteller als Filmstar, der schon im frühen Alter eine korpulente Gestalt hatte und häufig Rollen spielte, die deutlich älter als er selbst waren. 1935 erhielt er den New York Film Critics Circle Award für seine Leistungen als britischer Kapitän Bligh im Abenteuerfilm Meuterei auf der Bounty und als Butler Ruggles in der Komödie Ein Butler in Amerika. 1936 wurde er für seine Leistung als Antagonist in Meuterei auf der Bounty für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert. Die Rolle des Mr. Micawber in der MGM-Produktion von Charles Dickens’ David Copperfield (1935) gab er jedoch nach einigen Drehtagen an den Komiker W. C. Fields ab, weil er sich für nicht komisch genug hielt. Er gründete 1937 mit dem ehemaligen UFA-Chef Erich Pommer seine eigene Filmgesellschaft, die Mayflower Pictures Corporation. Diese hatte jedoch nur kurzzeitig Bestand.
In William Dieterles Film Der Glöckner von Notre Dame (1939) nach Victor Hugo lieferte er die – nach breitem Kritikerkonsens – bislang beste Darstellung des Glöckners. Der Film kam unter der Auflage in die Kinos, dass kein Plakat und Aushangbild die Maske von Laughton zeigen durfte. Es folgten unter anderem der Thriller Unter Verdacht (1944), in dem er als langleidender Ehemann seine Frau ermordet, und Das Gespenst von Canterville (1944), wo er die Titelrolle übernahm. Mit Alfred Hitchcock arbeitete Laughton zweimal zusammen, wenngleich bei Riff-Piraten (1939) und Der Fall Paradin (1947), zwei eher weniger erfolgreichen Werken des Regisseurs. In beiden Hitchcock-Filmen spielte er jeweils einen Richter, wobei der Richter aus Riff-Piraten allerdings mit den Kriminellen gemeinsame Sache macht. Weitere Auftritte hatte Laughton als Nationalsozialist in der Remarque-Verfilmung Triumphbogen (1948), als freundlicher Witwer in Das Herz einer Mutter (1951) sowie eine Wiederholung seiner Paraderolle als König Heinrich VIII. in Die Thronfolgerin (1953).
Trotz seiner Filmerfolge war Laughton immer noch regelmäßig als Theaterschauspieler zu sehen, wobei er meist zwischen dem Londoner West End und dem amerikanischen Broadway pendelte. So arbeitete er 1947 am Broadway gemeinsam mit Bertolt Brecht bei dessen Stück Galileo, das vom Leben des Galileo Galilei handelt. Ende der 1940er-Jahre machte er eine höchst erfolgreiche Lesereise durch Amerika mit dem Produzenten Paul Gregory. In den 1950er-Jahren inszenierte Laughton als Theaterregisseur für Gregory mehrere erfolgreiche Stücke, so auch 1954 die Uraufführung des Dramas The Caine Mutiny Court-Martial, das auf dem gleichnamigen Bestseller Die Caine war ihr Schicksal von Herman Wouk basierte. 1955 drehte Laughton als Regisseur – erneut unter Gregorys Produktion – die Literaturverfilmung Die Nacht des Jägers mit Robert Mitchum als psychopatischem Mörder. Es wurde der einzige Film, bei dem Laughton Regie führte. Seinerzeit ein Misserfolg, wurde der Thriller erst Jahre nach Laughtons Tod von Filmliebhabern und -kritikern wiederentdeckt. Er gilt heute als stilistisch einzigartiges Meisterwerk. Das französische Filmmagazin Cahiers du cinéma listete Die Nacht des Jägers 2008 hinter Orson Welles‘ Citizen Kane auf dem zweiten Platz der besten Filme aller Zeiten.
1958 wurde er für seine Hauptrolle in Zeugin der Anklage für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert. Das Gerichtsdrama zählt unter Kritikern zu den besten Gerichtsdramen der Filmgeschichte. Die schauspielerische Leistung Laughtons als erfahrener, trickreicher Staranwalt mit gesundheitlichen Problemen empfand Regisseur Billy Wilder als so herausragend, dass er sagte, er würde „den Film gerne ein zweites Mal drehen, und dabei sämtliche Rollen ausschließlich mit Laughton besetzen“. Dieser Meinung schlossen sich viele Filmkritiker an, die Laughton als einen brillanten Charakterdarsteller sahen. Noch Jahrzehnte nach seinem Tod zitierte Schauspieler Daniel Day-Lewis Laughton als einen großen Einfluss auf ihn: „Er war vielleicht der großartigste Filmschauspieler seiner Generation. Er hatte etwas Bemerkenswertes an sich. In seiner Großzügigkeit als Schauspieler fütterte er sich geradezu in seine Arbeit. Als Schauspieler kannst du deine Augen nicht von ihm lassen.“ Seine letzten Filmrollen spielte Laughton in Spartacus (1960) unter Regie von Stanley Kubrick als Volkstribun Sempronius Gracchus sowie als alter und erfahrener US-Senator im Politikdrama Sturm über Washington (1962) von Otto Preminger.
In den in Deutschland erschienenen Filmen wurde Laughton synchronisiert von O. E. Hasse, Paul Dahlke, Bum Krüger, Alexander Golling, Josef Dahmen, Kurt Seifert, Leonard Steckel und Eduard Wandrey.
Laughton war von 1929 bis zu seinem Tod 1962 mit der britisch-amerikanischen Schauspielerin Elsa Lanchester verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. In ihrer Autobiografie erwähnt Lanchester, der Grund dafür sei, dass Laughton homosexuell und ihre Beziehung deshalb platonisch gewesen sei.
Im Jahr 1950 nahm der Brite Laughton die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Kurz vor seinem Tod stand er noch in Verhandlungen mit Billy Wilder. Der Regisseur plante, ihn für die Rolle des Moustache in seinem neuen Film Das Mädchen Irma la Douce zu besetzen. Laughton wollte die Rolle spielen, aber Wilder musste bei seinem letzten Besuch erkennen, dass sein Freund schon sehr krank war. Wilder schilderte in seinen Erinnerungen eindrücklich, wie Laughton versucht habe, seine Krebserkrankung zu verbergen. Kurz nach Wilders Besuch starb Laughton im Alter von 63 Jahren.
Charles Laughton wurde auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Hollywood beigesetzt.

Adolph Dubs

Adolph „Spike“ Dubs (* 4. August 1920 in Chicago, Illinois; † 14. Februar 1979 in Kabul, Afghanistan) war ein US-amerikanischer Diplomat wolgadeutscher Herkunft, der 1979 im Dienst ums Leben kam, es war der letzte ermordete US-Botschafter vor J. Christopher Stevens 2012 in Libyen.
Dubs studierte am Beloit College Politikwissenschaften. Während des Zweiten Weltkrieges diente er in der US Navy. Nach dem Krieg setzte er sein Studium an der Georgetown University, der Harvard University und der Washington University in St. Louis fort. Nach dem Ende seines Studiums trat er dem Diplomatischen Korps der Vereinigten Staaten bei. Er arbeitete an den Botschaften in Deutschland, Liberia, Kanada, Jugoslawien und der Sowjetunion. Am 14. Mai 1978 wurde er US-Botschafter in Afghanistan. Während dieser Tätigkeit wurde er am 14. Februar 1979 von politisch unabhängigen Settam-e-Melli-Terroristen entführt und bei einem Befreiungsversuch kommunistischer Regierungstruppen erschossen. Dubs wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Kölleda

Kölleda ist eine ländlich geprägte Kleinstadt in Thüringen. Die Kommune (Schreibweise bis 1927: Cölleda) gehört zum Landkreis Sömmerda und liegt etwa zehn Kilometer östlich der Kreisstadt Sömmerda am Rande des Thüringer Beckens. Sie ist mit gut 6100 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Landkreis und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda. Die Einwohner heißen „Kölledaer“.
Für die Region übt Kölleda die Funktion eines Unterzentrums aus. Kölleda ist geprägt von einem traditionell großen Arznei- und Gewürzkräuteranbau, insbesondere Pfefferminze. Dies führte zu den Beinamen „Pfefferminzstadt“ und für die vorbeiführende Bahnlinie „Pfefferminzbahn“.
Kölleda hat eine 1200-jährige bewegte Geschichte. Bedeutend für die Stadtentwicklung waren während der NS-Zeit der Bau von Fliegerhorst und Luftzeugamt für die Luftwaffe sowie später zur DDR-Zeit der VEB Funkwerk Kölleda (heute Funkwerk AG). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses als „Neutrowerk“ von engagierten rückgekehrten und zugezogenen Fachleuten – nach schwierigsten Verhandlungen mit der sowjetischen Militärverwaltung – im deshalb nicht gesprengten „Altbau“ des Fliegerhorstes begründet. In Kölleda gibt es viele kleinere und mittelständische Unternehmen. Vor allem die Elektrotechnik und die Metallverarbeitung haben als Wirtschaftsfaktor für die Stadt zunehmende Bedeutung erlangt.
Bekannt ist die Stadt als „Jahnstadt“, Verbannungsort für den „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (Gedenktafel östlich der Roßplatz-Kreuzung; um 1960 auch mit „Jahnsportspielen“ und heute wieder mit Jahnplatz) sowie als Geburtsort des Chemikers Fritz Hofmann, Erfinder des künstlichen Methylkautschuks (Buna-Gummi), mit dem Geburtshaus (Gedenktafel) in der nach ihm umbenannten ehemaligen Auenstraße.

Kölleda liegt in einer Höhe von etwa 145 m über Normalnull und hat eine zentrale Lage im Schwarzerdegebiet im nordöstlichen Thüringer Becken. In unmittelbarer Nähe erstrecken sich die bewaldeten Höhenzüge Finne und Schmücke östlich beziehungsweise nördlich der Stadt. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 31,28 Quadratkilometern. Die Stadt liegt zehn Kilometer östlich von Sömmerda und 24 Kilometer nördlich von Weimar.
Kölleda grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Schillingstedt, Beichlingen, Ostramondra, Großneuhausen und Sömmerda.
Das Thüringer Becken, in dem Kölleda liegt, gehört erdgeschichtlich zur Trias-Zeit, in der sich horizontale Deckschichten aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper ablagerten. Darunter liegen Salz- und Gipsablagerungen des Zechstein.
Kölleda besitzt neben der Kernstadt und dem Stadtteil Kiebitzhöhe fünf Ortsteile: Battgendorf und Dermsdorf, Großmonra, Backleben und Burgwenden.
Das Klima Kölledas kann wie das Klima einer „gemäßigten Provence“ mit wenig Regen und viel Sonne beschrieben werden. Die Stadt zählt zu den niederschlagsärmsten Orten Deutschlands. Obwohl sich Kölleda in einer sich stark erwärmenden Senke befindet, werden dort keine Monatsdurchschnittstemperaturen von über 21 °C erreicht. Der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr liegt bei etwa 469 mm.
Temperaturdiagramm von Kölleda
Niederschlagsmittelwerte für den Zeitraum von 1961 bis 1990
Kölleda wurde als Dorf Collide im Jahr 786 erstmals im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld, dem Breviarium Sancti Lulli, urkundlich erwähnt. Bei der Endung des Ortsnamens liegt eine Verbindung zwischen dem althochdeutschen -idi und dem altsächsischen -ithi vor. Die Deutung des Ortsnamens ist schwierig. Allgemein durchgesetzt hat sich die Meinung, dass Collide so viel wie „im sumpfigen Gelände“ bedeutet. Diese Namensdeutung dürfte wohl aufgrund der Lage des Ortes im geologischen Gebiet des Thüringer Beckens zutreffend sein. Das Grundwort dürfte kaum auf das aus der lateinischen Sprache entlehnte Caulis für Kohl hervorgehen, wie früher gemutmaßt wurde, da vermutlich der Vokal in der Ortsbezeichnung Collide vor dem Doppel-l kurz gewesen ist. Kurze Vokale sind hingegen bei den alt- und mittelhochdeutschen Wörtern kolo und kol für Kohle/Holzkohle beziehungsweise alemannisch cholle(n) für glimmen/glühen enthalten. Andere Meinungen gehen deshalb davon aus, dass Collide einen Ort bezeichnete, wo man Holzkohlen herstellte, also einen Kohlenmeiler. Da Kölleda nicht in einem Waldgebiet lag, gibt es in der Forschung noch weitere Deutungen, z. B. einen Anbauort für Pfefferkraut (Kölle), also Pfefferminze, die man heute noch hier anbaut.
Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Ortsnamen in das bis heute gebräuchliche „Cölleda“. Seit 1927 wird der Stadtname offiziell mit „K“ geschrieben, also „Kölleda“ statt „Cölleda“.
Vom Volksmund wird zudem der Spitzname „Kuhkölln“ benutzt. In einer alten Akte taucht 1487 diese Ortsbezeichnung auf, die nach einer Sage, welche der Chronist Friedrich Heinrich Grüning 1833 aufschrieb, folgenden Ursprung haben soll:
„Ein vornehmer Herr wollte einst durch die Stadt reisen, und als er durch das Thor kam, begegnete ihm eine sehr große Menge Rindvieh, welche auf die zur Stadt gehörenden schönen Viehweiden getrieben ward. Da er nun vor dem Thore eine geraume Zeit warten mußte, um das ihm in einer langen Reihe entgegenkommende Rindvieh vorbei zu lassen, so fragte er, wie der Ort hieße. Man sagt ihm er heiße Cölln. ‚Ei‘, spricht der fremde Herr, ‚man möchte ihn wohl, zum Unterschiede zu anderen Städten, Kuhcölln heißen, weil die Einwohner eine so große Herde Vieh halten können.‘“
Glaubwürdig ist auch eine Deutung mit der Ableitung von den Hauben der Nonnen des hiesigen Klosters, den Kukelen. Auch heute noch verwendet die Bevölkerung den Spitznamen, insbesondere beim jährlich stattfindenden Karnevalsumzug mit „Kuhkölln – Helau“.
Als die Peter-Paul-Kirche im Dorf für die wachsende Bevölkerung langsam zu klein wurde, baute man im Jahr 1266 an ihrer Stelle die St.-Johannes-Klosterkirche. Die Kirche war Teil des am 8. September auf Veranlassung des Abtes Lullus vom Kloster Hersfeld gegründeten Klosters vom Nonnenkonvent des grauen St.-Benedikt-Ordens. Im Jahr 1303 wurden zahlreiche Juden in Cölleda und in der Umgebung umgebracht. Cölleda entwickelte sich am Schnittpunkt zweier Handelsstraßen als Markt- und Handelszentrum zum bedeutendsten Ort der Umgebung, was dazu führte, dass Friedrich VI. Graf von Beichlingen Cölleda im Jahr 1392 das Stadtrecht verlieh. Trotz Stadtrecht verblieb die oberste Lehnshoheit jedoch beim Kloster Hersfeld.
Bei einer pestartigen Seuche starben 1518 500 Menschen in Cölleda. Im Jahr 1519 erhielten die Grafen von Werthern die Grafschaft Beichlingen und die Rechte für die Stadtgemeinde Cölleda. Mit dem Aufschwung von Ackerbau und Viehzucht in der Gegend entstand ein ausgeprägtes Marktwesen, was dazu führte, dass 1528 ein Marktbrunnen erbaut wurde. Nach dem Schmalkaldischen Krieg zählte Cölleda zum Kurfürstentum Sachsen. 1553 wurde das Backleber Tor erbaut und drei Jahre später das Brückentor. Durch die Auflösung des Klosters Hersfeld erwarb die Stadt die dazugehörigen Ländereien. Der Pest fielen in den Jahren 1577 und 1578 448 Menschen zum Oper. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) kam es in der Stadt immer wieder zu militärischen Aktivitäten, Plünderungen und Epidemien. Bei der Pest im Jahr 1626 starben in Kölleda 1000 Menschen. Im Jahr 1634 kamen für 22 Wochen kursächsische Truppen in Cölleda in Standquartier. Cölleda hatte monatlich 800 Thaler Kontribution zu zahlen. Zur Erinnerung an den Frieden nach dem Krieg wurde am 19. April 1649 ein Denkstein im Verlauf der Gemarkungsgrenze von Cölleda und Großneuhausen errichtet.
Neben den zwei bestehenden Rathäusern wurde 1702 das dritte Rathaus gebaut. Im Jahr 1724 wurde das Kurfürstlich-Sächsische Postamt errichtet und 1744 die neue Schule am Markt. Preußen erhielt nach dem Wiener Kongress 1815 einige albertinische Lande, darunter auch Cölleda. Mit der Verlegung des Landratsamts von Wiehe nach Cölleda im Jahr 1824 wurde Cölleda per königlicher Kabinettsorder zur Kreisstadt des neu eingerichteten Landkreises Eckartsberga im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen erhoben. Das Jahr 1824 markierte zudem den Beginn des Anbaus medizinischer Kräuter, hier besonders Pfefferminze, wodurch Cölleda 1830 den Beinamen Pfefferminzstadt erhielt. Im Rahmen der Märzrevolution 1848 setzten sich Bürgerwehreinheiten gegenüber preußischem Militär durch und zwangen die Soldaten zum Rückzug aus der Stadt. Am 22. September des Jahres kam es in Cölleda zu einer Volksversammlung, an der sich 15.000 Menschen aus Cölleda, Sömmerda und den umliegenden Dörfern beteiligt haben sollen. Diese Versammlung war Ausdruck einer Volksbewegung, die in zwei Nachbargemeinden Sömmerdas die Enteignung des Großgrundbesitzes und seine Aufteilung unter den Bauern und Tagelöhnern erzwungen hatte. Die Bewegung wurde jedoch niedergeschlagen und einer ihrer führenden Personen sowie 70 andere Menschen aus der Region zu jeweils 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Jahr 1857 wurde die Kreissparkasse errichtet. Die 1870 in Cölleda gegründete Saal-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft (SUE) eröffnete 1874 die Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen („Pfefferminzbahn“); damit erhielt Cölleda auch eine Telegraphenstelle. Sieben Jahre nach Inbetriebnahme der Bahnstrecke wurde 1881 der Betrieb von Postkutschen eingestellt. Im Jahr 1884 wurde das Kreisständehaus (Landratsamt) erbaut. Der Brunnen wurde 1890 an die neugebaute Wasserleitung von der Backleber Quelle angeschlossen.
Zur Jahrhundertwende 1900 wurde ein Gaswerk in Cölleda errichtet, die neue Schule in der Hundtgasse wurde übergeben und der erste Telefonanschluss in Betrieb genommen. Im Jahr 1908 wurde ein Krankenhaus erbaut. Die Übergabe des Kinderheims, welches aus den Mitteln der Karl- und Fritz-Feistkorn-Stiftung erbaut worden war, erfolgte 1911. Am 12. März 1912 wurden die Bauaufträge für die Bahnstrecke Laucha–Kölleda (Finnebahn) vergeben. Im Jahr 1913 wurde das öffentliche Wannenbad durch die Feistkornstiftung übergeben.
Am 1. Mai 1914 erfolgte die Eröffnung der Teilstrecke Cölleda–Lossa der Finnebahn. Durch den Bau der Finnebahn wurde Cölleda Eisenbahnknotenpunkt. Am Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918) zählte Cölleda mehr als 100 Gefallene.
Die Elektrifizierung Cölledas begann im Jahr 1924. Aufgrund des morphologisch treffenderen Anlauts wurde die Schreibweise 1927 in Kölleda geändert.
Am 1. Januar 1934 wurde das preußische Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 eingeführt, es erfolgte eine Umbenennung der Stadtgemeinde Kölleda in Stadt Kölleda. In der Zeit der Nationalsozialismus erlebte Kölleda ein starkes Bevölkerungswachstum, begründet in der Wiederaufrüstungspolitik der dreißiger Jahre. 1935 wurde in Kölleda ein Fliegerhorst und ein Luftzeugamt errichtet, was einen Wendepunkt in der Stadtentwicklung darstellte, denn innerhalb weniger Jahre hatte sich im Zusammenhang mit Fliegerhorst und dem dazu notwendigen flugtechnischem Personal die Einwohnerzahl fast verdoppelt. Im Jahr 1936 wurden die Schillingstedter Siedlung und die Bahnersiedlung gebaut, die Kasernen auf der Kiebitzhöhe errichtet und die Kiebitzhöhe erhielt einen Bahnhaltepunkt. Parallel wurde der Flugplatz zu einem der größten Stützpunkte der Luftwaffe in Deutschland ausgebaut. Am 1. November 1941 wurde die Auenstraße anlässlich des 75. Geburtstages von Fritz Hofmann in Prof.-Hofmann-Straße umbenannt.
Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte eine starke Verfolgung von Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten und Mitglieder der bekennenden Kirche ein, mehrere Bürger von Kölleda wurden in Konzentrationslager deportiert. Ein anderer Bürger wurde 1943 wegen „heimtückischer Äußerungen“ zu Gefängnishaft verurteilt, die er im Strafgefängnis Erfurt verbüßte. Jüdische Bürger der Stadt hatten das Land verlassen, lediglich eine durch ihren nicht-jüdischen Ehemann bis dahin geschützte Frau wurde 1944 in das KZ Theresienstadt deportiert, wo sie zwei Tage nach ihrer Ankunft verstarb. Während des Zweiten Weltkrieges musste eine große Anzahl von Kriegsgefangenen sowie Frauen und Männer aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und der Sowjetunion Zwangsarbeit verrichten: auf dem Fliegerhorst und auf der Angorafarm. Auf Anweisung der SED-Landesleitung wurde 1946/47 das Kriegerdenkmal auf dem Rossplatz zu einer Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus umgestaltet.
Trotz eines schweren Luftangriffs im Jahr 1944 auf den Flugplatz in Kölleda blieb die Innenstadt während des Zweiten Weltkriegs verschont und wurde am 11. April 1945 kampflos an die US-Amerikaner übergeben. Am 1. Juli wurde die amerikanische Besatzung durch die sowjetische abgelöst.
Gleich nach der Übernahme richtete die Sowjetarmee in der Villa Ecke Bahnhofstraße–Hopfendamm ein Gefängnis ein. Das Gefängnis wurde vom sowjetischen Geheimdienst betrieben. Es gab vielfältige Haftgründe, wie Misshandlung von Ostarbeitern, Tätigkeit in nationalsozialistischen Organisationen, Waffenbesitz und angebliche Betätigung als Werwolf. Zum Teil saßen die jungen und alten Häftlinge monatelang in den feuchten Kellerräumen. Sie wurden nachts verhört und dabei bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen. Viele wurden anschließend vom Militärtribunal in Naumburg zu 10 oder 25 Jahren Strafarbeit verurteilt. Manch einer wurde zum Tode verurteilt, die Hinrichtungen erfolgten im Roten Ochsen in Halle. Die anderen Verurteilten kamen über Halle in die Festung Torgau (Fort Zinna) oder nach Bautzen. Ende 1947 wurden die Häftlinge in das sowjetische Speziallager Sachsenhausen verbracht. Ein Musterbeispiel ist die Geschichte der Greussener Jungs.
Zu Beginn des Jahres 1948 wurde die Finnebahn zugunsten der Reparationsleistungen für die Sowjetunion stillgelegt.
Am 7. Oktober 1949 wurde Kölleda Teil der neu gegründeten Deutschen Demokratischen Republik. Die Regierung von Sachsen-Anhalt beschloss im Jahre 1950 die Umbenennung des Kreises Eckartsberga in Kreis Kölleda, und Battgendorf wurde eingemeindet. Auf Grund der Gebietsreform 1952 verlor Kölleda wieder seinen Kreisstadtstatus und gehört seitdem zum Landkreis Sömmerda (bis 1990 Bezirk Erfurt, seitdem Thüringen). Im Jahr 1957 wurde das städtische Schwimmbad am Streitsee übergeben. Die Kiebitzhöhe wurde als neuer Stadtteil im Osten der Stadt im Jahr 1958 errichtet. Ein Busbahnhof wurde 1968 am Rossplatz errichtet. Im Jahre 1978 wurde der Gemeindeverband gegründet. Die 1200-Jahr-Feier fand 1986 statt. 1990 war Kölleda ein Austragungsort von Spielen zur U-16-Fußball-Europameisterschaft 1990.
Im Jahr 1992 wurde das Wohngebiet Feistkornstraße mit 212 Wohnungen übergeben. Im gleichen Jahr feierten die Kölledaer Bürger mit ihren Gästen das 600-jährige Jubiläum der Verleihung des Stadt- und Marktrechtes durch den Grafen Friedrich VI. von Beichlingen. Ein Jahr später wurden die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv im ehemaligen Wannenbad eingeweiht. Die Verwaltungsgemeinschaft Kölleda wurde 1994 gegründet. Zur Verwaltungsgemeinschaft gehörten nun die Gemeinden Beichlingen, Großmonra, Großneuhausen, Kleinneuhausen, Ostramondra und Schillingstedt. Im gleichen Jahr wurde das Heimatmuseum am Rossplatz nach einer Rekonstruktion wieder eröffnet. Dermsdorf wurde am 22. Januar durch das Thüringer Neugliederungsgesetz vom 27. August 1993 eingemeindet. Im Jahr 1997 wurde das Richtfest für den Schulerweiterungsbau am Prof.-Hofmann-Gymnasium gehalten. Die Kräutermühle wurde 1998 eingeweiht. Bei einem Rekordversuch 1999 konnte sich Kölleda mit dem größten Teebeutel der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde eintragen.
Im Jahr 1999 strebte die Stadt die Beendigung ihrer seit 1994 bestehenden Mitgliedschaft in der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda an, weil sie sich dadurch in ihrem kommunalen Selbstverwaltungsrecht verletzt sah. Da dies nach §§ 25 und 48 Satz 1 des Thüringer Gemeindeneugliederungsgesetzes nicht möglich war, legte sie beim Thüringer Verfassungsgerichtshof Verfassungsbeschwerde ein. Der Verfassungsgerichtshof hat die Verfassungsbeschwerde jedoch mit einem Urteil vom am 30. Juli 1999 zurückgewiesen.
Zur Jahrtausendwende 2000 wurde das Funkwerkmuseum übergeben. Im Jahr 2001 wurde die Ausstellung Gegen das Vergessen – Luftkriegsgeschichte Mitteldeutschlands im Backleber Tor eröffnet.
Als für das Motorenwerk der MDC Power GmbH ein Standort gesucht wurde, wählte man Kölleda unter 49 möglichen Standorten aus. Dies hatte zur Folge, dass im Gewerbegebiet große Investitionen in die Infrastruktur getätigt wurden. Das Industriegleis bis zum Gewerbegebiet Kiebitzhöhe wurde neu verlegt und ein Kreisverkehr zwischen Frohndorf und Kölleda geschaffen, um den Schwerlastverkehr von der Bundesstraße 176 über die neue Querstraße zum Gewerbegebiet zu leiten. Im Jahr 2002 begann der Bau des Motorenwerks und am 2. August war Richtfest. Am 11. Dezember des Jahres wurde ein neues Umspannwerk für das Gewerbegebiet in Betrieb genommen, und fünf Tage später, am 16. Dezember, wurden die neue Anbindung vom Kreisverkehr zum Gewerbegebiet Kiebitzhöhe sowie das Teilstück der Bundesautobahn 71 von Sömmerda nach Erfurt eingeweiht. Der Bau wurde im Dezember 2003 fertiggestellt, die Produktion am 4. Dezember aufgenommen. Nach über einem Jahr der Prüfung ist 2006 im Thüringer Innenministerium die Entscheidung zum Beitritt der Stadt Rastenberg in die Verwaltungsgemeinschaft Kölleda gefallen. Mit Wirkung vom 1. Januar 2007 ist die Stadt Rastenberg der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda beigetreten. Am 31. Dezember 2012 wurde die Gemeinde Großmonra mit ihren Ortsteilen Backleben und Burgwenden nach Kölleda eingegliedert.
Unter den gläubigen Bewohnern der Stadt sind überwiegend Protestanten. Die evangelische Regionalgemeinde Kölleda wird gemeinsam von dem Pfarrerehepaar Gerlinde und Joachim Justus Breithaupt betreut. Sie sind zuständig für die Orte Kölleda, Ostramondra, Großmonra, Backleben, Burgwenden, Battgendorf, Backleben, Dermsdorf, Bachra/Schafau und Ostramondra. Es finden regelmäßig Christenlehre und Konfirmandenunterricht statt. In Kölleda wurde im Jahr 2014 feierlich ein Gemeindezentrum eröffnet. Hier probt der Gospelchor „Coloured Unit“.
Die folgenden Daten und Grafiken zeigen die Einwohnerentwicklung sowie die Altersstruktur der Stadt Kölleda. Zusammenfassend sieht man, dass die Einwohnerentwicklung zur Zeit des Nationalsozialismus und der DDR stark gestiegen ist. Dies ist einerseits auf den ehemaligen Fliegerhorst und das Luftzeugamt zurückzuführen und andererseits auf das Funkwerk, die beide große Arbeitgeber der Stadt waren. Nach der Wende (DDR) jedoch gibt es einen stetigen Rückgang der Einwohnerzahl. Anhand der Altersstruktur der Stadt erkennt man einen demographischen Wandel zu einer immer älteren Gesellschaft.
Entwicklung der Einwohnerzahl:
ab 1994: Quelle ist
Der Rat hat 20 Sitze und eine Stimme des Bürgermeisters kraft seines Amtes.
Bei der Stadtratswahl 2014 gab es in Kölleda 000000000005230.00000000005.230 Wahlberechtigte, 000000000002973.00000000002.973 Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 56,8 % entspricht (2009: 48,3 %, 2004: 46,5 %, 1999: 56,7 %). Von den abgegeben Stimmen waren 104 ungültig. Die relative Stimmverteilung ist der Tabelle zu entnehmen. Wie bei den Bürgermeisterwahlen 2012 setzten sich auch bei den Stadtratswahlen die Freien Wähler durch und errungen 7 Sitze. Damit lösten die CDU als dominierende Partei ab, welche 3 Sitze abgeben musste sowie Verluste von 17,2 % hinnehmen musste. Selbiges gilt für Die Linke, welche einen Verlust von 7,7 % hinnehmen musste und ebenso wie die SPD einen Sitz verlor. Die FDP scheiterte durch massive Verluste (-7,0 %) an der Sperrklausel und flog aus dem Stadtrat. Die kommunale Bürger-Initiative Kölleda verlor ebenfalls einen Sitz, bildet jedoch mit dem Freien Wählern eine Koalition, welche mit 9 Sitzen jedoch keine Mehrheit besitzt. Neu im Stadtrat ist neben den Freien Wählern die NPD zog neu in den Stadtrat ein. Sie überwund mit 3,0 % knapp die Sperrklausel und erhielt einen Sitz. Beide Parteien sind bei der Stadtratswahl 2009 nicht angetreten. Bei den Wahlen trat auch der 2 Jahre zuvor aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Frank Zweimann an und gewann einen Sitz.
Seit Verleihung der Stadtrechte 1392 war das wichtigste Recht der Kölledaer Bürger, einen zwölfköpfigen Rat zu wählen, an deren Spitze der „Ratsmeister“ stand, der bald den Titel eines „Burgemeisters“ führte. Im 16. und 17. Jahrhundert bestand die Stadtspitze aus „drei Mitteln“, einem regierenden und zwei ruhenden Bürgermeistern, von denen immer nur einer das Regiment führte. Bis 1832 waren die Bürgermeister nebenamtlich beschäftigt. Erst seit Einführung der revidierten preußischen Städteordnung von 1831 wird das Bürgermeisteramt in Kölleda hauptamtlich geführt.
Bei der Bürgermeisterwahlstichwahl am 6. Mai 2012 setzte sich der Udo Hoffmann (Freie Wähler) gegen den Kandidaten der CDU durch. Damit ist Udo Hoffmann seit 1. Juli 2012 hauptamtlicher Bürgermeister von Kölleda.
→ Hauptartikel: Wappen der Stadt Kölleda
Auf dem Wappen von Kölleda ist St. Wippertus abgebildet, Schutzpatron der Stadt. St. Wippertus befindet sich auf silbernem Grund, ist nach rechts gewandt, hält in seiner rechten Hand Trauben und in seiner linken Hand einen goldenen Stab. Unter St. Wippertus befindet sich ein Wappenschild, das einen goldenen Ast eines Eichenbaums mit drei Blättern auf schwarzem Grund darstellt.
Bedeutung: St. Wippertus war ein benediktinischer Mönch aus dem angelsächsischen Kloster Glastonbury und Schüler des Bonifatius. Um 730 kam er in das hessisch-thüringische Missionsgebiet. Die Trauben in der Hand von St. Wippertus stehen im Zusammenhang mit einer Wundergeschichte. Danach fehlte eines Tages der nötige Messwein. St. Wippertus aber brachte eine frisch gepflückte Traube, presste ihren Saft mit den Händen in den Abendmahlskelch und hatte ausgegorenen Wein darin. Das Wappen mit den Eichenblättern ist das Wappen der Grafen von Werthern, die 1519 die Rechte an der Stadt erlangten.
Das Heimatmuseum Kölleda beschäftigt sich mit der Geschichte Kölledas. Es fand seinen Ursprung in einem Raum im Rathaus und zwei Räumen in der alten Schule. 1901 wurde es durch Bruno Schwabe errichtet. Er trug erste Stücke zur Erinnerung an Kölleda und Umgebung, Kriegserinnerungen des Kreiskriegvereins und naturwissenschaftliche Gegenstände zusammen. 1942 zog das Museum in das Schwab’sche Gartenhaus um.
Seit 1994 beherbergt die frühere Buchdruckerei Böhme am Roßplatz 39 das Heimatmuseum von Kölleda. Zu sehen sind unter anderem eine gut erhaltene Husarenuniform, eine Sammlung alter gusseiserner Ofenplatten, Präparate aus der Tierwelt, Schmetterlinge, Mineralien, Funde aus der Ur- und Frühgeschichte, alte Handwerks- und Landwirtschaftsgeräte, Bilder, sowie Waffen, Fahnen und Innungszinnschätze. In einem Hofgebäude kann man auch einige historische Druckmaschinen bewundern.
Zu den Raritäten im Kölledaer Museum gehört auch eine Sammlung alter Apfel- und Birnensorten, die aus Papiermasse mit Wachsüberzug bestehen. Laut Cölledaer Anzeiger vom 22. Januar 1898 war der Obstschrank einst im Besitz des eigenständigen Obstbauvereins Cölleda und Umgebung und repräsentierte das damals vom Verein aufgestellte Normalsortiment für die hiesige Gegend.
Der Garten hinter dem Museum wurde von 1991 bis 1994 im Stil der Goethe-Zeit angelegt. Ein besonderer Blickfang ist der historische Garten im Stil der Bauzeit des Hauses 1797 mit Wegekreuz und Roßplatz 39 Rondell sowie einer Einfriedung, wie früher üblich, mit Weidenzaungeflecht. Im Museumsgarten findet man insgesamt 294 verschiedene Gartengewächse.
Im Backleber Tor erlebt der Besucher in der Dauerausstellung Gegen das Vergessen, wie der Alltag der Luftwaffensoldaten sowie das Leben und Leiden der Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges war. Neben verschiedener Flugzeugtechnik aus dieser Zeit kann man sich anhand von Einzelschicksalen über die Lebensumstände der Zeit informieren. Persönliche Habseligkeiten von Flugzeugführern und deren Besatzungen, die bei Flugzeugbergungen in der Nähe von Brücken, Ottmannshausen und Kahlwinkel gefunden wurden, sind ebenso zu sehen, wie ein abgeworfener und zum Paddelboot umgebauter Flugzeug-Zusatztank. Auch der Motor einer im August 2000 geborgenen Messerschmitt Bf 109 ist zu sehen. Neben Bild- und Textdokumentationen zu Flugzeugabstürzen in Mitteldeutschland komplettieren Biographien einstiger Luftwaffenangehöriger aus der näheren Umgebung diese Präsentation.
Das Funkwerkmuseum Kölleda wurde am 3. Oktober 2000, anlässlich des 10. Jahrestages der deutschen Einheit, in der historischen Alten Schule am Markt eröffnet. Vorausgegangen war eine grundlegende, dem Anliegen der Denkmalpflege verpflichtete Sanierung des über 250 Jahre alten Gebäudes. Das Museum gibt einen Überblick über die Entwicklung der Informations- und Computertechnik in den vergangenen 150 Jahren bis zur Gegenwart. Dies betrifft sowohl die Technikentwicklung an sich als auch die in Kölleda und der Region. Vor allem soll verdeutlicht werden, wie Forscher, Konstrukteure und Arbeiter diese Technik geschaffen haben, wie sie von den Menschen genutzt wurde und auch in der Zukunft sinnvoll angewendet werden kann.
Ein Turmuhrenmuseum befindet sich in der Battgendorfer Straße.
Zudem befindet sich auf dem Flugplatz Dermsdorf ein MiG-Museum, wo fünf fast noch flugfähige ehemalige DDR-Kampfjets stehen.
Im Jahre 1266 baute man an Stelle der zu klein gewordenen Peter-Paul-Kirche eine neue Klosterkirche, die Johannes dem Täufer geweiht wurde, die Kirche St. Johannes. In der Nordwand des Chorraumes der einfach gebauten Kirche befindet sich ein Bogen, in dem die Sitzplätze der Nonnen waren. Etwa um 1462 bekam die Kirche einen freistehenden Turm, welcher südlich der Kirche stand. Den heutigen Turm erbaute man im Jahre 1825. Ein Grabdenkmal wurde 1393 der Helene Gräfin von Beichlingen und ihren beiden Kindern gewidmet (zum Grabmonument für Gräfin Helene von Beichlingen siehe: Wäß 2006, Bd. 2, S. 349 f.).
Die St. Wippertikirche, auch Wippertuskirche genannt, wurde vor 1404, etwa in der Zeit, als Kölleda die Stadtrechte verliehen bekommen hat, als Stadtkirche erbaut. Sie ist ein ursprünglich gotisches Bauwerk. Die Inschrift über der Kirchentür, die dem Marktplatz zugewandt ist, benennt die Einweihung im Jahre 1496. Die Jahreszahl 1542 über der alten Sakristeitür hält den Wiederaufbau der Kirche, nachdem sie 1538 abgebrannt war, und die Einführung der Reformation fest. Es befinden sich die Grabmonumente der Herren von Werthern (1850) an der Kirche.
Ein bedeutendes Baudenkmal der Stadt ist das 1702 erbaute Rathaus, es ersetzt den abgebrannten Vorgängerbau und ist das dritte Ratsgebäude der Stadt. Im Turm war ein Wächter als Türmer untergebracht. Der Ratskeller ist zu allen Zeiten vorhanden gewesen und diente zum Ausschenken des einheimischen Bieres. An der Westseite befindet sich der Prangerstein. Die eisernen Hals- und Handeisen befinden sich im Heimatmuseum, sie wurden noch im 19. Jahrhundert benutzt.
Das Backleber Tor, welches 1553 erbaut wurde und sich am nordöstlichen Stadtrand befindet, ist das letzte von insgesamt fünf früheren Toranlagen der Stadt. Bis 1985 führte der gesamte ein- und ausgehende Verkehr auf der heutigen B 176 durch die Toranlage. Im Jahre 1986 wurde der Beschluss gefasst, die baufällige Fachwerksubstanz bis auf das massive Erdgeschoss abzutragen und neu zu errichten. Im Anbau wurde vom Architekten ein „Ratsherrenstübchen“ und eine Galerie vorgesehen. Die Arbeiten begannen im Frühjahr 1987 und kamen 1988 mit der Ausmauerung der Gefache zum Abschluss. Im Jahre 1991 musste die Ausmauerung jedoch aufgrund aufgetretener Schäden entfernt und das Gebäude notgesichert werden. 1992 wurden die Torbögen aus Sandstein und das darüber stehende Mauerwerk erneuert. Es dauerte noch bis 1998, bevor für die Sanierung und Neugestaltung der Toranlage ein schlüssiges Konzept entwickelt war und die endgültige Wiederherstellung erfolgte. Nach weiteren sechs Jahren konnte die völlige Sanierung des Gebäudes mit Herstellung neuer Räumlichkeiten bis unters Dach, neuen Böden und Decken sowie beidseitiger Innentreppenanlagen begonnen werden. Durch Bereitstellung finanzieller Mittel aus dem Förderprogramm des Landes Thüringen zur Stadtsanierung konnte die endgültige Wiederherstellung im Jahre 2004 abgeschlossen und ein weiteres Stück Kölledaer Geschichte der Nachwelt erhalten werden.
Auf dem Kölledaer Marktplatz befindet sich der Marktbrunnen mit dem Schutzpatron des St. Wippertus. Er wurde 1582 errichtet. Nach Fertigstellung des Brunnens entnahm man die Figur des Heiligen Wigbert aus der Kirche und stellte diese auf das Podest mitten im Brunnen. So ist der Wippertusbrunnen zu einem Wahrzeichen der Stadt Kölleda geworden. 2008/2009 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Brunnenfigur.
Weitere sehenswerte Bauwerke sind das Funkwerkmuseum, das zeitweilige Wohnhaus des Turnvater Friederich Ludwig Jahn und das Geburtshaus von Professor Fritz Hofmann.
In der Stadtmitte, dem Rathaus gegenüber, befindet sich ein Steinkreuz. Das Kreuz hat eine ungleichmäßige Malteser-Kreuzform. Auf dem Querbalken ist die Jahreszahl 1649 eingeritzt. 1649 wurde es in einem Protokoll über den ersten Flurumzug nach dem Dreißigjährigen Krieg erwähnt. Danach wurde das in der Nähe stehende Steinkreuz zur Markierung der Gemarkungsgrenze umgesetzt und mit der Jahreszahl 1649 sowie den Buchstaben S.W. als Abkürzung für den Namen des damaligen Bürgermeisters Simon Wettig versehen. Das Steinkreuz stand bis um 1958 etwa 3000 Meter südwestlich des jetzigen Standortes, im Verlauf der Gemarkungsgrenze Kölleda/Großneuhausen, 200 Meter östlich des nach Orlishausen führenden Weges. Bis zur Neuaufstellung 1962 wurde es in Kölleda zwischengelagert.
In Kölleda befindet sich das 6000 Zuschauer fassende Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion.
Kölleda besitzt neben dem Stadion ein Schwimmbad namens Streitseebad. Es grenzt an den anliegenden Streitsee, der mit Quellwasser aus der Monna gespeist wird. Das 1958 eröffnete Bad hat ein 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen, einen Kinderspielplatz und eine große Liegewiese mit FKK-Bereich. Die Wasserfläche beträgt 735 m². In der Saison finden im Streitseebad alle drei Wochen Freiluft-Veranstaltungen statt.
Die erfolgreiche Volleyballmannschaft des Kölledaer Sportvereins 90 e. V. spielt in der Oberliga der Herren im Thüringer Volleyballverband.
Eine ehemals erfolgreiche und heute unter dem Namen FSV Kölleda 06 existierende Fußballmannschaft ist der SV Funkwerk Kölleda. Der Verein wurde 1946 während der frühen DDR gegründet und hatte wechselnde Namen. In der DDR erreichte er nie die 2. Liga, doch konnte er kurz nach der Wende ein paar nennenswerte Erfolge erringen. Größter Erfolg war das Erreichen der Oberliga, der zu diesem Zeitpunkt dritthöchsten Spielklasse in der Saison 1992/93. Doch musste der Verein schon nach einer Saison als Tabellenletzter die Liga wieder verlassen und konnte seitdem nicht mehr an diesen Erfolg anknüpfen.
In Kölleda befinden sich Hotels, Pensionen, Privatzimmer und Ferienwohnungen. Die Beherbungsstätten zählten 2006 insgesamt 2980 Ankünfte und 5190 Übernachtungen. Im Durchschnitt betrug die Aufenthaltsdauer der Gäste 1,7 Tage.
Kölleda ist Station eines Mühlenwanderweges.
Der am 29. Mai 1896 gegründete Kaninchenzuchtverein Kölleda, der bis heute unter dem Namen Kaninchenzüchterverein T317 Kölleda und Umgebung e. V. besteht, ist einer der ältesten Kaninchenzuchtvereine in Thüringen. Im März 1995 gründete sich der Kultur- und Museumsverein Kölleda e. V. zur Pflege und kulturellen Förderung des Heimatmuseums und (seit 2000 auch) des Funkwerkmuseums. Der Chor des Vereins hat sich in der Region bereits einen guten Namen gemacht.
Im Februar wird traditionell der Kölledaer Taubenmarkt abgehalten.
Zu Ehren des Schutzpatrons St. Wippertus wird seit 1991 im Mai alljährlich das vom Handwerker- und Gewerbeverein 1990 Kölleda e. V. organisierte Wippertusfest gefeiert. Traditionell befindet sich das Festgelände rund um das Rathaus und den Wippertusbrunnen.
Alljährlich findet in Kölleda ein großer Faschingsumzug statt, der immer am Sonntag vor Rosenmontag startet.
Seit 1995 veranstaltet der Kultur- und Museumsverein Kölleda e. V. stets am ersten Wochenende im September ein dreitägiges Museumsfest mit Thematischem Abend, Museumsmeile und Kinderfest.
In Kölleda haben sich folgende traditionelle Wirtschaftsbereiche entwickelt: Landwirtschaft, Handwerk, Elektrotechnik/Elektronik, Baugewerbe, Zulieferer der Bauindustrie und Metallverarbeitung. Im Bereich der Landwirtschaft wird seit der Wende fast ausschließlich Pflanzenbau betrieben. Auch heute ist die Landwirtschaft noch stark vertreten, 2006 gab es in Kölleda 25 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 33,03 km² bewirtschafteten.
In der Stadt Kölleda und ihren Ortsteilen sind circa 175 kleinere und mittelständische Unternehmen registriert und vorwiegend in den oben genannten Branchen tätig. Zunehmende Bedeutung haben in den letzten Jahren die Zweige Elektrotechnik/Elektronik und die Metallverarbeitung erlangt. In diesen Branchen wurden auf dem Gewerbegebiet Kölleda–Kiebitzhöhe seit 1995 zahlreiche Unternehmensinvestitionen getätigt.
Das Gewerbegebiet Kölleda-Kiebitzhöhe hat eine Nettofläche von 101,94 ha, davon freie Fläche sind 27,84 ha. Die dort angesiedelte Industrie besitzt 65,19 ha mit einer freien Fläche von 8,09 ha.
Die Arbeitsmarktsituation ist vergleichbar mit der Gesamtthüringens, die Arbeitslosenquote liegt um 16 %. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gab es in Kölleda im Juli 2006 599 Arbeitslose.
Im Jahr 2006 gab es in Kölleda insgesamt elf Betriebe und Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe mit mehr als 20 Mitarbeitern. Diese beschäftigten 1420 Mitarbeiter zu einem Bruttojahresgehalt von 36.054 € bei einem Umsatz von insgesamt 245,5 Millionen Euro. Im Jahr 2010 wurden in Kölleda 38 Gewerbe an- und 33 Gewerbe abgemeldet. Der Gewerbesteuerhebesatz lag in 2010 bei 330 %. Der Schuldenstand lag 2009 bei 5,5 Millionen Euro oder 994 Euro pro Einwohner.
Den Busverkehr der Stadt regelt die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda [VWG] mbH, sie ist ein Unternehmen der Landkreise Sömmerda und Weimarer Land. In Kölleda fahren die Linien 208, 210, 211, 212, 215, 231, 242, 268 und 277. Es gibt Busverbindung nach Sömmerda, Sangerhausen, Naumburg und Erfurt.
Kölleda ist durch die Bundesstraßen 85 und 176 an das Fernstraßennetz angeschlossen. Seit Dezember 2002 ist Kölleda auch über die Bundesautobahn 71/AS Sömmerda-Ost erreichbar. Die AS Kölleda wurde am 3. September 2015 freigegeben.
Durch zwei Haltestellen an der Regionalstrecke Sömmerda–Großheringen („Pfefferminzbahn“) ist die Stadt Kölleda gut an das regionale und überregionale Schienennetz des Landes angebunden. Vom Bahnhof Kölleda führt ein separates Industriegleis auf das Gewerbe- und Industriegebiet der Stadt.
Die Stadt Kölleda verfügt über einen Verkehrslandeplatz mit einer zulässigen Lande- und Startmasse von 5,8 Tonnen. Neben dem Verkehrslandeplatz gibt es einen Flugplatz der Flugservice Sömmerda GmbH, der zwischen Kölleda und Dermsdorf liegt und über einen Tower sowie zwei ausgebaute Graslandepisten verfügt. Der nächste große Flughafen ist der Erfurter Flughafen in 37 km Entfernung.
Auflagenstärkste Zeitung in Kölleda ist die Thüringer Allgemeine mit Lokalteil Sömmerda. Mit einer Auflage von 4.350 Exemplaren erscheint in der Regel einmal monatlich das kostenlose Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda, der Cölledaer Anzeiger.
Größter Arbeitgeber Kölledas ist die zum Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars der Daimler AG gehörende MDC Power GmbH, die verschiedene Verbrennungsmotoren für Mercedes-Benz-Fahrzeuge herstellt. Nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zu DaimlerChrysler im Jahr 1998 fertigte das Ende 2003 eröffnete Werk auch Motoren für Mitsubishi. Die Drei- und Vierzylinder-Ottomotoren in den Hubraumklassen 1,1, 1,3 und 1,5 Liter mit einer Leistungsspanne von 55 bis 80 Kilowatt wurden in die Mitsubishi Colt für den europäischen und japanischen Markt sowie in einige asiatische Varianten des Mitsubishi Lancer eingebaut und bis Mitte 2006 auch für den Smart Forfour und das Colt Cabrio produziert.
Die Entwicklungsverantwortung des Motors lag in den Händen der Mitsubishi Motors Corporation, während die Produktionsplanung und -gestaltung vorrangig von einem DaimlerChrysler-Projektteam betreut wurde. Neben der mechanischen Fertigung des Kurbelgehäuses und des Zylinderkopfs erfolgte im Werk Kölleda auch die komplette Montage sowie die Prüfung der Motoren.
Seit Juli 2006 ist DaimlerChrysler (Firma seit Oktober 2007: Daimler AG) alleiniger Eigentümer. Die Produktion des Dreizylinder-Dieselmotors OM 660 für den Smart Fortwo wurde 2007 vom Werk Berlin nach Kölleda verlagert und endete 2013. Seit August 2008 läuft bei MDC Power der Vierzylinder-Dieselmotor OM 651 für die Daimler AG und Drittabnehmer vom Band. Der Vierzylinder-Ottomotor M 270 für die aktuelle A- und B-Klasse sowie die CLA- und GLA-Modelle ist seit 2011 in der Fertigung. Der M 133 für die AMG-Modelle von A-Klasse, CLA und GLA wird dort ebenfalls nach dem AMG-Prinzip „One man – one engine“ (Ein Mann, ein Motor) gebaut. Aktuell wird die Produktionsfläche in etwa verdoppelt, um eine neue Generation von Vierzylinder-Dieselmotoren ab 2015 herstellen zu können.
Mit etwa 350 Arbeitnehmern ist die Hörmann Funkwerk Kölleda GmbH ein weiterer wichtiger Arbeitgeber. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts der Luftwaffe wurde am 2. Oktober 1945 die Genossenschaft mbH gegründet, die später unter dem Namen NEUTROWERK operierte. Zu Beginn wurde Mangelware wie z. B. Kochtöpfe und Lampen aus Resten von Flugzeugmaterialien hergestellt, später folgten einfache Radios. 1946 wurden hier bereits 240 Arbeitskräfte beschäftigt. Am 1. Oktober 1948 folgte die Wandlung in den VEB Funkwerk Kölleda, der zum RFT-Warenzeichenverband gehörte. Die Radioproduktion endete zu Gunsten von Kommunikations- und Nachrichtentechnik. Das Produktionssortiment war breit gefächert, zum Beispiel wurden Verstärkeranlagen, Wechselsprechanlagen, Zugfunktechnik und Hörgeräte produziert. Der Betrieb entwickelte sich in seiner über 40-jährigen DDR-Geschichte mit bis zu 1770 Beschäftigten zum zweitgrößten Betrieb des Kreises Sömmerda und wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Zahlreiche Produktionshallen und Gebäude entstanden. Das Betriebsgelände erweiterte sich auf circa zwölf Hektar. Als die Technik nach der Wende 1989 auf dem internationalen Markt nicht mehr konkurrenzfähig war, folgte die Umwandlung zur Hörmann Funkwerk Kölleda GmbH. Heute ist die Hörmann Funkwerk Kölleda GmbH Weltmarktführer in Zugfunkausrüstungen.
Größter Vermieter in Kölleda ist die 1990 gegründete Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH Kölleda, sie verwaltet gegenwärtig 1063 Verwaltungseinheiten (Eigen- und Fremdbestände). Gesellschafter sind die Stadt Kölleda und die Gemeinde Großneuhausen.
In Kölleda gab es die Kreissparkasse Kölleda.
Die Elektroenergieversorgung erfolgt über ein 110-KV-Umspannwerk. Eine Hochdruckleitung DN 100 PN 16 aus Stahl stellt die Gasversorgung der Stadt sicher. Die Trinkwasserversorgung erfolgt über einen Anschluss an eine Fernwasserleitung sowie an eine eigene Brunnenversorgung. Das Abwasser wird mit einem Anschluss an das zentrale Klärwerk gereinigt. Die Abfallentsorgung von Kölleda ist angeschlossen an die Abfallentsorgung des Landkreises Sömmerda.
In Kölleda gibt es drei Schulen, die staatliche Grundschule Wippertus, die staatliche Regelschule Friedrich Ludwig Jahn (ehem. Polytechnische Oberschule Friedrich Ludwig Jahn) und das staatliche Gymnasium Professor Fritz Hofmann (ehem. Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule August Bebel).
Am 2. Mai 1991 wurde die Berufliche Bildungsstätte BfB Kölleda GmbH gegründet. Diese private Ausbildungsstätte ging aus der ehemaligen Betriebsschule des Funkwerkes hervor. Das Ausbildungsangebot umfasst Berufsfelder wie Bau/Hochbau, Farben und Raumgestaltung, Informationstechnologie, Elektro, Holz, Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftspflege, Metall sowie Wirtschaft und Verwaltung.
Die Stadtbibliothek Kölleda befindet sich seit 1993 im ehemaligen städtischen Wannenbad der Otto-Feistkorn-Stiftung. Hinter der historischen Fassade befinden sich etwa 18.000 Medien aller Genre. Seit 1993 gibt es viermal jährlich einen Bibliotheksabend mit einem kulturellen Rahmenprogramm.
Kölleda ist die Pfefferminzstadt, auch wenn heute die Anbaufläche der aromatischen Minze nicht mehr sehr groß ist. Dafür erlebt sie als Werbeträger für Kölleda eine Wiedergeburt. Im März des Jahres 1999 präsentierte die Stadt ihren Riesen-Teebeutel, gefüllt mit 15 Kilogramm Pfefferminze, am Rathaus und schaffte damit den Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Auf dem Pfefferminzbeet im Museumsgarten des Heimatmuseums, das am 14. August 1999 anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Pfefferminzbahn angelegt wurde, sind folgende Pflanzen zu sehen: Kölledaer Pfefferminze, Thüringer Pfefferminze, Russische Pfefferminze, Apfel-Minze und Kriechende Poleiminze als Unterpflanzung. In Kölleda wird alle zwei Jahre eine Pfefferminzprinzessin gekürt.
Die Pfefferminzstadt Kölleda lieferte den Stoff für die Fernsehkomödie Willkommen in Kölleda, die am 1. Mai 2012 auf Das Erste ausgestrahlt wurde. Kritiker bemängelten, dass Kölleda selbst nicht Schauplatz des Films war, sondern dass der Großteil in Tiefengruben, welches als idealisiertes Kölleda diente, gedreht wurde. Der Wohnort allerdings hatte zwei Drehorte. Die Wohnung selbst war in Möbisburg, die Töpfermühle und der Hof befinden sich in Troistedt.
Der deutsche Schriftsteller Ludwig Bechstein beschrieb Kölleda in seinem Buch Wanderungen durch Thüringen wie folgt:
„An dem alten Herrensitz ehemaliger Landesgebieter, denen die ganze güldne Aue unterworfen war, dem Schlosse Beichlingen vorbei, ging nun nach Cölleda die Fahrt. Dieses Städtchen, scherzweise Kuhkölln genannt, litt sehr oft durch Brand, und gewährt durch neuen Aufbau einen freundlichen Anblick. Den Scherznamen hat es von der mit bestem Erfolge betriebenen Viehzucht, zu welcher, neben Ackerbebauung, Landesart und Lage sich trefflich eignen. Gärten und Obstbaumanlagen und weithingedehnte Triften mit weidenden Heerden gaben ein befriedigendes Bild ländlichen Friedens und gesegneten bürger- und bäuerlichen Wohlstandes, konnten aber zu langem Aufenthalte nicht einladen.“
Kölleda liegt im Verbreitungsbereich der zentralthüringischen Mundart, die zu den thüringisch-obersächsischen Mundarten zählt.
Ortsteile: Backleben | Battgendorf | Burgwenden | Dermsdorf | Großmonra Stadtteil: Kiebitzhöhe
Alperstedt | Andisleben | Beichlingen | Bilzingsleben | Büchel | Buttstädt | Eckstedt | Ellersleben | Elxleben | Eßleben-Teutleben | Frömmstedt | Gangloffsömmern | Gebesee | Griefstedt | Großbrembach | Großmölsen | Großneuhausen | Großrudestedt | Günstedt | Guthmannshausen | Hardisleben | Haßleben | Henschleben | Herrnschwende | Kannawurf | Kindelbrück | Kleinbrembach | Kleinmölsen | Kleinneuhausen | Kölleda | Mannstedt | Markvippach | Nöda | Olbersleben | Ollendorf | Ostramondra | Rastenberg | Riethgen | Riethnordhausen  | Ringleben | Rudersdorf | Schillingstedt | Schloßvippach | Schwerstedt | Sömmerda | Sprötau | Straußfurt | Udestedt | Vogelsberg | Walschleben | Weißensee | Werningshausen | Witterda | Wundersleben

Kernkraftwerk Torness

Aktive Reaktoren (Brutto):
Das Kernkraftwerk Torness liegt acht Kilometer südöstlich von Dunbar in East Lothian, Schottland, Großbritannien.
Der Bau des Kernkraftwerks begann 1980. Es besteht aus zwei AGR mit einer installierten elektrischen Leistung von zusammen 1364 MW, die 1988 und 1989 in Betrieb gingen.
Eigentümerin und Betreiberin der Anlage ist EDF Energy, eine Tochter der Électricité de France.

Im November 1999 stürzte ein Panavia Tornado der Royal Air Force nach einem Triebwerksschaden weniger als 1 Kilometer nahe der Anlage ins Meer. Das britische Verteidigungsministerium lobte die beiden Piloten (for demonstrating „exceptional levels of airmanship and awareness in the most adverse of conditions“); sie lösten erst die Schleudersitze aus, nachdem klar war, dass das Flugzeug die Gebäude nicht treffen würde.
Im August 2006 kam es zu einer Abschaltung, nachdem „seaweed“ (Seegras, Seetang) die Hauptansaugöffnung für Meerwasser vollständig verstopft hatte. Beide Reaktoren wurden innerhalb von 70 Minuten nach den ersten Indikatoren abgeschaltet.
Im Zuge der Deregulierung des englischen Stromerzeugungsmarktes wurde Torness Eigentum des Staatsunternehmens Scottish Nuclear. Dieses Unternehmen gehörte zu British Energy. 2008 wurde British Energy von EDF Energy, einer Tochter der Électricité de France, übernommen, die heute Eigentümerin und Betreiberin der Anlage ist. Es soll bis 2023 betrieben werden.
Im Juni 2011 gingen beide Reaktoren aus Anlass einer Quallenplage vom Netz.
Das Kernkraftwerk Torness hat insgesamt zwei Blöcke:
Hinkley Point C • Sizewell C
Dungeness B • Hartlepool • Heysham • Hinkley Point B • Hunterston B • Sizewell B • Torness •
Berkeley • Bradwell • Calder Hall • Chapelcross • Dounreay • Dungeness A • Hinkley Point A • Hunterston A • Oldbury • Sizewell A • Trawsfynydd • Windscale • Winfrith • Wylfa

Pearl S. Buck

Pearl Sydenstricker Buck (chinesisch 賽珍珠, Pinyin Sài Zhēnzhū; Pseudonym: John Sedges; * 26. Juni 1892 in Hillsboro, West-Virginia; † 6. März 1973 in Danby, Vermont) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin. Ihr Geburtsname Sydenstricker findet sich in der häufig verwendeten Schreibweise Pearl S. Buck wieder.
Buck wurde 1938 „für ihre reichen und wahrhaft epischen Schilderungen des chinesischen Bauernlebens und für ihre biographischen Meisterwerke“ mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sechs Jahre zuvor hatte sie für ihren Roman Die gute Erde bereits den Pulitzer-Preis erhalten.

Buck war die Tochter des presbyterianischen Missionars Absalom Sydenstricker (1852–1931) und dessen Ehefrau Caroline Stulting (1857–1921). Der Naturwissenschaftler Edgar Sydenstricker (1881–1936) war ihr Bruder, die Schriftstellerin Grace Sydenstricker Yaukey, (1899–1994; Pseudonym Cornelia Spencer) ihre Schwester.
Im Frühjahr 1892 reisten ihre Eltern zurück in die Heimat, da ihre Tochter Pearl in den USA zur Welt kommen sollte. Im Herbst desselben Jahres kehrte die Familie ins Kaiserreich China zurück und ließ sich in Huai’an nieder. Vier Jahre später zogen sie nach Zhenjiang. 1911 begann Buck am Randolph College in Lynchburg (Virginia) zu studieren.
1914 kehrte Buck nach China zurück und begann nach dem Vorbild ihrer Eltern für die Presbyterian Missionary zu arbeiten. Dabei lernte sie den Missionar John Lossing Buck (1890–1975) kennen, den sie 1918 heiratete. Ihre Tochter Carol litt unter der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie, die zu damaliger Zeit noch ungenügend erforscht war.
Die folgenden zwei Jahre arbeitete sie zusammen mit ihrem Ehemann in Suzhou (Anhui). Anschließend nahm sie einen Ruf an die Nanjing-Universität an. Sie ließ sich mit ihrem Ehemann in Nanjing nieder und lehrte dort bis 1933 Englische Literatur und Sprache.
1924 reiste Buck zusammen mit ihrem Ehemann in die USA; u. a. erwarb sie an der Cornell University ihren Master of Arts. Bevor sie wieder nach China zurückkehrten, adoptierten sie Janice Walsh. Als 1927 der Bürgerkrieg ausbrach, flüchtete die Familie nach Shanghai und von dort kurze Zeit später nach Japan. Erst ein Jahr später konnten sie nach Nanjing zurückkehren.
1929 trennte sich Buck von ihrem Ehemann und ging in die USA zurück. Anlässlich der Verhandlungen ihres Romans „East Wind. West Wind“ lernte sie den Verleger Richard J. Walsh (1886–1960) kennen.
Sie kehrte nochmals für kurze Zeit nach China zurück, aber bereits 1934 ließ sich Buck für immer in den USA nieder. Im darauffolgenden Jahr wurde sie offiziell geschieden und heiratete Richard J. Walsh, mit dem sie sich später in Pennsylvania niederließ.
Pearl S. Buck starb am 6. März 1973 in Danby (Vermont) und fand dort auch ihre letzte Ruhestätte.
Die Konfrontation mit amerikanischer und fernöstlicher Kultur hatte einen großen Einfluss auf das Werk der Schriftstellerin, die sich für Toleranz und Völkerverständigung einsetzte. Als eines ihrer Meisterwerke gilt der Roman The Good Earth aus dem Jahr 1931, der 1933 mit dem Titel Die gute Erde ins Deutsche übersetzt wurde. Er stellt anschaulich und warmherzig das alltägliche bäuerliche Leben in China dar.
In ihrem Buch The Child Who Never Grew (etwa: Das Kind, das nie aufwuchs, auf Deutsch unter dem Titel „Geliebtes unglückliches Kind“ 1950 im Zsolnay Verlag veröffentlicht) fasste sie 1950 all ihre leidvollen Erfahrungen, die sie mit ihrer Tochter gemacht hat, zusammen. Sie hat in diesem Buch weder den Namen ihrer Tochter genannt, noch spielt ihr Ehemann irgendeine Rolle.
Sie veröffentlichte 80 Werke sowie fünf Romane unter dem Pseudonym John Sedges.
Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Pearl S. Buck gehört zu den umstrittenen Entscheidungen des Nobelpreiskomitees. Die Kritiker dieser Entscheidung hielten ihre Romane für literarisch wertlos und eigentlich für Trivialliteratur. Die seither verwendete inoffizielle Regel, den Nobelpreis nur an Autoren zu verleihen, die bereits vorher mindestens einmal dafür nominiert waren, wird in den Feuilletons bis heute „Lex Buck“ genannt. Der Beliebtheit der Autorin hat dies keinen Abbruch getan; ihre Bücher werden noch heute übersetzt und gedruckt.
Sie selbst schlug gemeinsam mit der chilenischen Schriftstellerin Gabriela Mistral 1950 den indischen Philosophen und Schriftsteller Sri Aurobindo für den Literaturnobelpreis vor.
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Leo de Block

Leo de Block (* 14. August 1904 in Den Haag; † 4. Januar 1988 ebenda) war ein niederländischer Politiker (KVP). Er war Wirtschaftsminister im Kabinett von Piet de Jong.

De Block arbeitete von 1923 bis 1928 bei der Amsterdamsche Bank und anschließend von 1928 bis 1945 bei der Incasso-Bank. Nach einem kurzen Intermezzo von 1945 bis 1946 beim Nederlandsche Beheersinstituut war er kurzzeitig von 1946 bis 1947 Direktor der Incasso-Bank.
1947 kam de Block ins Finanzministerium und war dort für Devisenanlagen zuständig. 1953 wurde er stellvertretender Thesaurier-Generaal im Finanzministerium, eine der höchsten dort zu vergebenden Positionen. 1959 folgte die Ernennung als Generaldirektor für Industrialisierung und Energieversorgung im Wirtschaftsministerium. Nachdem er 1960 als Finanzdirektor zur nationalen Luftfahrtgesellschaft KLM gewechselt war, kehrte de Block 1963 wieder in die Politik zurück und wurde Staatssekretär im Außenministerium mit Zuständigkeit für Europäische Zusammenarbeit und Verkehr. In den Jahren 1966–1967 war er auch Staatssekretär im Verkehrsministerium und dort mit internationalen Verkehrsangelegenheiten betraut. 1967 wurde de Block schließlich unerwartet Wirtschaftsminister, als zuvor andere Kandidaten abgelehnt hatten.
Zu de Blocks Wirken als Minister gehört die 1967 erfolgte Inkrafttretung des Gesetzes zur Mineralienförderung auf dem Land und dem IJsselmeer, das 1965 von Joop den Uyl initiiert worden war, zeitgleich geschah dies auch zu einem Gesetz für die Öl- und Gasförderung in der Nordsee. 1968 wurde unter ihm die Zusammenarbeit mit Großbritannien und Deutschland im Urenco-Projekt beschlossen. Die Einführung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 1969 bereitete de Block schließlich erhebliche Schwierigkeiten. Die Preise stiegen nach der Einführung stark an, wodurch er starker Kritik ausgesetzt war, schließlich sah er sich im April des Jahres dazu veranlasst, eine Preisregelung einzuführen, die bereits im September durch eine neue Preisverordnung ersetzt wurde. Auch seine Lohnpolitik wurde kritisiert, so kam es zu Auseinandersetzungen im Ministerrat wegen des unangetasteten Metalltarifvertrags. De Block fürchtete, dass dadurch die Lohnpreisspirale nicht durchbrochen werden könne, wodurch Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt zu befürchten seien. De Block trat schließlich im Januar 1970 zurück.
Im Anschluss an seine Ministerzeit war de Block in Amsterdam Vorsitzender des Stiftung Niederländisches Studienzentrum für administrative Automatisierung.

Cleave (Band)

Cleave ist eine Alternative-Rock-Band aus Sankt Paul im Lavanttal in Österreich.

Die ersten zwei EPs (Savoir Vivre und Mind Dysplasia) und das erste Album (Pluvious Tomorrows) wurden in Eigenregie im Proberaum der Band aufgenommen. Das Album wurde mit einer Tour durch Österreich, Spanien und die Ostküste der USA promotet. Im Zuge der US-Tour konnte die Band Kontakt mit dem bekannten Produzenten Mark S. Berry (Iggy Pop, David Bowie) knüpfen, der sich für den Release in den USA engagierte. Pluvious Tomorrows wurde auch in den USA veröffentlicht und weist im Vergleich zum Nachfolger Evoke the Self stärkere experimentelle Züge auf.
Evoke the Self, welches sich stärker an traditionellen Alternative-Rock-Strukturen orientiert, erschien beim österreichischen Label Crater8Records und wird über Hoanzl vertrieben. Die zwei Videos der Band zu den Singles (Colourcollision und The Sleep) kamen auf Gotv in Rotation. The Sleep, die erste Single aus Evoke the Self, kam auf Radio Soundportal in Heavy Rotation und stieg in den Charts des Senders bis an die Spitze. Weiters wurden Cleave dort zum „Artist of the Week“ und Evoke the Self zum „Album der Woche“ gekürt. Die Tour zum zweiten Album führte die Band durch Österreich und Deutschland.

Peter Pan und die Piraten

Peter Pan und die Piraten (Originaltitel: Peter Pan and the Pirates) ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie des Senders Fox, teilweise kooperiert mit dem japanischen Studio TMS, aus dem Jahr 1990. Sie basiert auf der Novelle des schottischen Schriftstellers J. M. Barrie, der die Figur Peter Pans entworfen hat. Sie wurde erstmals am 1. November 1992 im deutschen Fernsehen gesendet. Eine weitere Ausstrahlung folgte, zusammen mit vielen anderen Cartoons, in der Sendung Bim Bam Bino, vom 3. April 1995 bis 30. Juni 1995 auf Kabel eins, sowie bei Trick 7, sonntags Morgen vom 29. Oktober 1995 bis 26. Januar 1997 auf ProSieben.
Die Produzenten haben bewusst den Titel Fox’s Peter Pan & the Pirates ausgesucht, um zu betonen, dass dies eine neue und selbstständige Serie ist und komplette Unabhängigkeit von der anderen amerikanischen und bekanntesten Version des Peter Pan aus den Walt Disney Studios hat und somit jeweilige Missverständnisse vermeiden zu können.

Die Serie Peter Pan & die Piraten erzählt auf eine neue Weise von den vielen Abenteuern des Peter Pan, dem Jungen der nie erwachsen wird. Es werden viele andere Ereignisse gezeigt, nicht die bekannten aus dem Buch oder anderen Peter Pan Versionen, sondern neu kreierte von den Produzenten dieser Serie. Eine größere Rolle bekommen hier der Erzfeind Käpt’n Hook und, wie bereits der Titel hinweist, auch die Piratenbande. Wie der typisch amerikanische Stil werden die Folgen lose gezeigt und sind unabhängig voneinander, es gibt keine Chronologie.
Diese Episodenliste richtet sich nach der (originalen) amerikanischen Produktions- und Sendereihenfolge
01. Die Rache des Eiskönigs (Originaltitel: The coldest cut of all) Vor einiger Zeit hat Peter dem mächtigen Eiskönig Kyros ein wertvolles Juwel stibitzt und ist ungebeten in seine Höhlen einmarschiert. Nun kommt es zu einem Wiedersehen und der König ist bereit Peter eine Lektion zu erteilen, damit dieser seinen großen Fehler einsieht und sich von den Eishöhlen verabschiedet. Dies fällt jedoch nicht leicht, denn der sture Pan hat seine eigene Meinung und findet, dass Kyros der Bösewicht ist und die Unschuldigen mit einzieht. Der einzige, von dem Peter da noch die Wahrheit erfahren kann ist er selbst …
02. Das Buch der lebenden Bilder (Living Pictures) Die Jungs sind immer wieder begeistert von Wendys Geschichten, die sie erzählt und vorließt. Peter dagegen findet es langweilig sie nur zu hören, viel lieber würde er sie erleben. Tinker Bell kann ihm diesen Wunsch erfüllen und das vorgelesene aus dem Buch in die Wirklichkeit holen, wobei sie Käpt’n Hook erscheinen lässt und dieser von Peter fertig gemacht wird. Am gleichen Abend entwirft Hook eine neue Geschichte und lässt sie schon bald in Peters Hände fallen. Mit Entsetzen müssen alle feststellen, dass die Seiten völlig anders sind als der Umschlag und nun nicht mehr Peter der überlegene ist.
03. Der Fluss der Nacht (River of Night) Mitten in der Nacht ziehen Tigerlily und ihr Bruder Schwer-zu-Treffen, die beiden Kinder des Häuptlings, los um eine verlassene Stadt zu finden. Begleitet werden sie dabei von Peter und Tink und verfolgt von Hook und den Piraten.
04. Der Junge aus Stein (Slightly in Stone) Tink hat sich ein Fläschchen mit einem magischen Pulver besorgt, es ist ihr jedoch viel zu schwer das zu tragen. In derselben Zeit veranstalten die Jungs einen Wettlauf, wo sie nicht besonders vorsichtig sind. Bald darauf kommt es zu einem großen Zusammenstoß, wobei das Fläschchen zerbricht und sein Inhalt mit Slightly in Berührung kommt.
05. Das Geisterschiff (The Rake) In einer düsteren Höhle finden Peter und die Darlings eine alte Schatztruhe. Da Pans Neugier zu stark ist öffnet er sie und stellt fest, dass sich noch etwas anderes in ihr befindet, außer Gold und Diamanten. Darüber scheint Käpt’n Hook mehr zu wissen, weshalb dieser sich zum rechtmäßigen Besitzer erklärt und die Truhe, ohne vom in ihr verborgenen Fluch zu ahnen, mit auf die Jolly Roger nimmt.
06. Peter Pan vor Gericht (Peter on Trial) An Bord der Jolly Roger gönnt sich Peter den Spaß auf Hooks Harmonium zu spielen. Vom Käpt’n wird das jedoch sehr ernst genommen und er verklagt Peter, ihm sein geliebtes Instrument zerstört zu haben.
07. Sturmzauber (The Wind and the Panther) Hook gelingt es dem Indianerhäuptling ein magisches Pulver, das das Wetter ändern und beherrschen kann, zu stehlen. Auf diese Weise will er die Macht über ganz Nimmerland erlangen. Er schafft es einen heftigen Sturm zu erzeugen, was jedoch schnell außer Kontrolle gerät und alles anfängt verrückt zu spielen.
08. Auf Schatzsuche (Treasure Hunt) Peter ärgert die Piraten und sorgt dafür, dass Hook sich furchtbar aufregt. Dieser entwirft eine Schatzkarte und lässt sie direkt in Peters Hände fallen. Obwohl Peter weiß, dass das alles nur ein Trick ist begibt er sich trotzdem mit den Darlingkindern in diese Richtung und wie erwartet treffen sie auf Hook und die Piraten, wobei es zu einem großen Gefecht kommt.
09. The Plucking of Short Tom (deutsche Übersetzung: Das Rupfen des Short Tom) Short Tom, der Papagei Hooks, fühlt sich nicht wohl und flieht vom Schiff. In derselben Zeit kommt es zu einem Streit zwischen Peter und Tink, weshalb die Fee beleidigt das unterirdische Haus verlässt. Bald begegnet sie dem Papagei, übersteht mit ihm ein schweres Hindernis und zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft. Der Käpt’n ist davon alles andere als begeistert und ist bereit seinen kleinen Vogel um jeden Preis zurückzuholen.
10. The Dream (Der Traum) Wieder hat Michael seinen schrecklichen Traum. Um endlich den Grund dafür herauszufinden bekommt er Unterstützung vom Indianerhäuptling, der diese Ereignisse Wirklichkeit werden lässt und Michael sich letztendlich, bewusst und mit Einfluss auf das Handeln, seinen Ängsten stellen kann. Leider können sich Hook und die Piraten mit einmischen und Peter und die Darlings gefangen nehmen. Dank der Hilfe der Indianerkinder gelingt es Tinker Bell ihre Freunde zu befreien. Schließlich ist Michael ungestört, begegnet den Gestalten aus seinem Traum und kann feststellen, dass sie in Wahrheit harmlos sind und sich leicht zähmen lassen.
11. Käpt’n Hooks Untergang (Demise of Hook) Peter und die anderen stehlen die Flagge der Jolly Roger. Hook will sie alle abfeuern und ladet eine riesige Menge in die Kanone, so dass es für diese zu viel wird und der Schuss nach hinten losgeht, wobei das alles den Käpt’n erwischt.
12. Pirate Boys, Lost Men (Piraten Jungs, verlorene Männer) Mitten in der Nacht sind die verlorenen Jungs auf Bärenjagd, während die Piraten einen magischen Kristall stehlen sollen. Beide diese Zielobjekte sind die Hauptattraktion einer Zeremonie und befinden sich an derselben Stelle, weshalb es nicht auszuschließen ist sich gegenseitig über den Weg zu laufen …
13. After the Laughter (Dem Gelächter hinterher) Die Meerjungfrauen trennen Wendy von ihrem Lachen, welches darauf von einem Wassergeist geraubt wird. Die Zwillinge kennen einen Weg, wie sie die Verfolgung des Geistes unter Wasser aufnehmen können. Peter und die Darlings machen das am nächsten Morgen, um Wendy zu retten. Die Piraten bemerken das und folgen den Kindern. Am Zielort angekommen müssen alle feststellen, dass im Laufe der Zeit nicht nur das Lachen Wendys verloren gegangen ist …
14. Stupid Smee (Der Dummkopf, Smee) Smee behauptet er habe Peters Versteck gefunden und holt seinen Käpt’n um ihm das zu zeigen. Zu seinem Unglück ist Pan schlauer und schafft es die Piraten irrezuführen. Prompt wird Smee von der Jolly Roger geworfen und ist nun sich selbst überlassen. Wendy fühlt sofort mit ihm und überzeugt Peter und die anderen einen Plan auszuhecken, wie Smee wieder bei den Piraten aufgenommen werden könnte.
15. The Play’s the thing (Es geht um das Stück) Ein Theaterstück wird aufgeführt, bei dem Hooks Crew und Peters Freunde zusammenarbeiten müssen.
16. Hook’s Mother’s Picture (Das Bild von Hooks Mutter) Hoch in den Wolken formt Wendy ein Denkmal ihrer Mutter. Die verlorenen Jungs werden neugierig, da sie nicht wissen, was überhaupt eine Mutter ist. In der ganzen Gegend besitzt Hook als einziger ein Porträt seiner Mutter und Peter beschließt einen Ausflug auf die Jolly Roger zu wagen um einen Blick darauf zu werfen. Trotz der dort lauernden Gefahr schließen sich die Jungs ihm an. Nach diesem Erlebnis und einer neuen Erfahrung will Peter ein Andenken mitnehmen und dieses ist nichts anderes als das von ihnen besichtigte Gemälde. Hooks Mannschaft gerät sofort in Panik, weil sie wissen, dass es unglaublich wertvoll für ihren Käpt’n ist. Um das in Ordnung zu bringen müssen sie einen Weg finden das Original zu ersetzen.
17. Wee Problem (Ein winziges Problem) Eine ganz besondere Nacht, in der drei Monde scheinen, bricht heran. Bei diesem Ereignis hat Tink besondere Fähigkeiten und kann Peter zu ihren Freunden im Miniaturenreich mitnehmen.
18. Knights of Neverland (Die Ritter von Nimmerland) Peter spielt mit seinen Freunden Könige und Ritter. Bald begegnet Wendy einem Wolf und erinnert sich erst vor kurzem von ihm geträumt zu haben. Dieser wird jedoch sogleich von den Piraten entführt. Zuerst versuchen drei von den Verlorenen Jungs ihn zu befreien, scheitern jedoch augenblicklich und werden (wortwörtlich) von den Piraten aufgehängt (eher sind sie nicht vorsichtig genug und verheddern sich selber hoch oben über Deck). Wendy weiß, dass es so nicht weitergehen kann und beschließt es auf ihre Art zu machen, doch auch das ist ohne Erfolg. Schließlich begibt sich Peter selber auf die Jolly Roger und schafft es mit Hilfe der anderen Jungs und Tinker Bell den Spieß umzudrehen und Hook aufzuhängen und seine Freunde zu befreien. Wendy ist froh, dass der Wolf sicher ist und verabschiedet sich von ihrem neuen Freund.
19. Die geraubten Schatten (Pirate Shadows) Beim Versteckspielen geht Michael verloren und wird plötzlich von einem riesigen Schatten erschreckt. Sofort denkt er das sei einer der Piraten und hat von nun an große Angst vor ihnen. Peter möchte ihn überzeugen, dass jeder Schatten völlig harmlos ist und zieht sofort, mit den anderen, los und stiehlt in der Nacht allen Piraten ihre Schatten. Gleich darauf geraten Hook und die Crew ausm Gleichgewicht und können nicht mehr normal auf ihren Beinen laufen. Um sich wieder problemlos bewegen zu können müssen die Piraten wieder mit ihren Schatten verschmelzen. Nur sind diese inzwischen sehr selbstständig geworden und schwer zu kriegen. Leider sind sie ebenfalls nicht ganz so harmlos, wie Peter geglaubt hatte und es kommt zu einer kleinen Schlacht, bei der Michael die Chance kriegt sich seinen Ängsten zu stellen und die Schatten von der Insel zu vertreiben. In derselben Zeit ist Billy Jukes auf eine Idee gekommen, wie alle wieder einen Schatten bekommen und auch normal laufen können, selbst wenn es nicht der richtige Schatten ist …
20. Now Day Party (Die Party des Jetzigen-Tages) Wendy und die verlorenen Jungs wollen am nächsten Morgen eine Geburtstagsparty veranstalten. Peter jedoch ist dagegen, weil Geburtstage bedeuten, dass jemand älter wird und heranwächst. Um den Anbruch des kommenden Tages zu verhindern holt er das Mädchen, das auf dem Mond lebt, runter zur Erde um somit den Mond und alles andere unbewegt zu lassen, wodurch die Nacht weiter dauert und der Tag nicht anbricht.
21. When games become deadly (Wenn Spiele tödlich werden) Peter und Hook spielen zusammen Schach. Um das spannender zu gestalten wählen sie ein größeres Feld und Figuren, die sich von selbst bewegen können.
22. Eternal Youth (Ewige Jugend) Peter behauptet er habe eine magische Quelle gefunden, die alles und jeden verjüngen kann. Da Hook und die Piraten ihm nicht glauben wollen sorgt Pan dafür sie davon zu überzeugen und sie es am eigenen Leib spüren zu lassen.
23. The Footrace (Der Wettlauf) Peter Pan und Schwer-zu-Treffen gehen jede Menge Wetten ein. Jeder hat eine Herausforderung für den anderen, was schließlich immer gefährlicher wird und die Piraten aufmerksam macht.
24. Nibs and the Mermaids (Nibs und die Meerjungfrauen) Die Verlorenen Jungs genießen ihren Aufenthalt in der Meerjungfrauenlagune, bis sie plötzlich von einer von ihnen fast zu Tode erschreckt werden. Nibs findet, dass sie diesmal zu weit gegangen ist und will etwas dagegen zu tun. Er beschließt tief unter Wasser zu gehen um ihre geheimnisvollen Grotten zu sehen, was niemandem erlaubt ist. Er bittet die Zwillinge um Hilfe, ihm das mit ihrer Erfindung zu ermöglichen. Wichtig ist das vor Peter geheim zu halten, da dieser die Meerjungfrauen mag und das womöglich verhindern würde. Zuerst gelingt der Plan, nur leider gerät bald alles außer Kontrolle. Die Zwillinge sehen keinen anderen Ausweg mehr, als Peter doch noch zu verständigen.
25. All Hollow’s eve (Abend vor Allerheiligen) Die Nacht der Toten, wo alle Geister auf die Erde kommen ist da. Auf der Jolly Roger werden lauter Gruselgeschichten erzählt. Peter findet, dass es spannender ist die Geister persönlich zu treffen und veranstaltet eine unvergesslich große Show.
26. Billy Jukes, Lost Boy (Billy Jukes, der verlorene Junge) Robert Mullins erkrankt während eines heftigen Sturmes, erkennt seine Freunde nicht mehr und flieht vom Schiff. Der einzige, der sein Leiden versteht, ist Billy Jukes. Er folgt ihm zurück auf die Insel und schafft es schließlich für sich und Mullins eine Höhle als Unterschlupf zu finden. Bei der ganzen Panik und Verzweiflung erfährt er von einer Möglichkeit, wie er seinen Freund retten kann.
27. The Phantom Shaman (Das Phantom des Schamanen) Großer Starker Kleiner Panther ist für eine ungewisse Zeit abwesend. Peter und Wendy unternehmen einen Ausflug mit seinen beiden Kindern und treffen im Wald einen mysteriösen Häuptling, der die Kinder vor einem schlimmen Untergang des Indianerdorfes warnt. Sofort suchen alle nach einer Lösung, wie sie dies verhindern könnten. Sie sind bereit jedes Risiko einzugehen und schaffen es auch immer heil herauszukommen. Käpt’n Hook ist sehr unzufrieden, weil er selber dabei mitgewirkt hatte und vor allem Pan aus dem Weg schaffen wollte. Seine Piraten gehen schließlich zu der üblichen Methode zurück und entführen Peter. Bald soll das Ende des Jungen kommen und nur einer kann ihn da noch retten …
28. Tootles and the Dragon (Tootles und der Drache) Peter und die verlorenen Jungs entdecken einen riesigen Metallstab, der in einen Felsen gesteckt ist. Wie bei dem Schwert Excalibur ist es nur einer Person bestimmt die beiden Gegenstände voneinander zu trennen. Schnell finden sie diesen Auserwählten, wobei sich herausstellt, dass es in Wahrheit etwas anderes ist als ein Fels und ein Stab.
29. First encounter (Erste Begegnung) John möchte wissen, wie vieles in Nimmerland begonnen hat, darunter warum die Uhr im Krokodil so bedeutend für alles ist.
30. Slightly duped (Slightly wird überlistet) Seit langem ist es Slightlys größter Wunsch der Anführer der verlorenen Jungs zu werden. Dank eines Streiches der Indianerkinder, schafft es Hook sich einzumischen und dies auszunutzen, so dass der naive Slightly ihm bald praktisch aus der Hand frisst und alle seine Erwartungen erfüllt. Der Plan Hooks ist erst die Freunde Peter Pans und schließlich den Jungen selbst in die Falle zu führen und somit allen ein grausames Ende zu setzen …
31. Professor Smee (Professor Smee) Smee findet eine magische Muschel, die alles weiß und jede Frage beantwortet. Dies will Hook ausnutzen und damit Peters Versteck ausfindig zu machen. Leider weiß er dabei nicht, dass diese Muschel in Wahrheit ihre eigenen Wünsche und Gedanken hat und nur diese mit den Piraten teilt …
32. Evicted (Ausgewiesen) Im unterirdischen Haus erscheint ein merkwürdiger Troll, der behauptet, dass alles ihm gehöre. Bald bringt er dort alles durcheinander und wirft schließlich Peter und seine Freunde aus ihrem Zuhause.
33. The girl who lives in the Moon (Das Mädchen im Mond) Ein paar Piraten greifen die Montagsinsel an, wo gerade viele Feen, Zwerge und Trolle ein Fest veranstalten. Dabei gelingt es ihnen die gesamte Magie zu rauben, wobei vieles ausm Gleichgewicht gerät und dabei der Mond vom Himmel ins Meer stürzt. Hook nutzt diese Situation und schafft es das Mädchen vom Mond auf seine Seite zu bekommen, wobei es für Peter unmöglich ist diese davon zu überzeugen, dass das alles nur ein Trick ist. Unzufrieden sieht er keinen Ausweg mehr und will das einfach lassen, bis er von Tinkerbell den wahren Grund für die ganze Katastrophe erfährt.
34. Hook’s Christmas (Hooks Weihnacht) Auf der Inseln wird Weihnachten gefeiert. Hook verabscheut dieses Fest und in der darauf folgenden Nacht sieht er sich in seinem Traum an der Stelle von Scrooge in Dickens Weihnachtsgeschichte.
35. Tootles the bold (Tootles der mutige) Tootles hat es satt immer der Pechvogel zu sein, er möchte mutiger werden und Großes vollbringen. In derselben Zeit kommt eine Walfischfamilie zur Insel, was eine Chance sein könnte seinen Mut zu beweisen.
36. The Hook and the Hat (Der Hook und der Hut) Peter raubt Hook seinen Hut und fängt an ihn wie seinen eigenen zu benutzen. Bald ist er davon so verwirrt, dass er schließlich glaubt der Käpt’n selbst zu sein und mit den Jungs auf die Jolly Roger zieht. Um dem ganzen Chaos ein Ende zu setzen beschließt Wendy den echten Hook wieder zu finden, damit dieser das Schiff und seine Mannschaft wieder übernehmen kann und auch Peter somit normal werden soll.
37. The Ages of Pan, Part 1 (Die Ewigkeit des Pan, Teil 1) Wie allgemein bekannt ist es bei Peter selbstverständlich, dass er nie erwachsen wird. Obwohl alle davon wissen, tut Hook alles um diese Information zu verbreiten. Schließlich schafft er es Peter furchtbar zu reizen, so dass dieser bereit ist ihn vom Gegenteil zu überzeugen …
38. The Ages of Pan, Part 2 (Die Ewigkeit des Pan, Teil 2) Peter hat sich sehr verändert und mit ihm auch alles andere. Wendy weiß, dass sie dagegen etwas tun muss, weil es sonst das Ende von ganz Nimmerland bedeutet …
39. The Ruby (Der Rubin) Die Meerjungfrauen hecken einen Plan aus die Karte, die zu einem unschätzbar wertvollen Schatz führt, in Peters Hände zu kriegen. Auf diese Weise muss er sich in die Nähe ihrer Lagune begeben, wo sie ihn entführen wollen und letztendlich für sich behalten. Auch Hook bekommt diese Karte zu sehen und bricht mit seiner Crew auf, um diesen Schatz zu finden.
40. Friday the Thirteenth (Freitag, der dreizehnte) Die Piraten sind in Panik, denn Freitag, der 13 soll bald kommen. Peter nutzt dies aus und ruft auf der Jolly Roger ein großes Unglück hervor.
41. Immortal Pan (Der unsterbliche Pan) Die Piraten sind es Leid, dass Hook trotz seiner ständigen Niederlagen es doch jedes mal erneut mit Peter aufnimmt und dann wieder scheitert. In der Hoffnung das zu ändern verbünden sie sich mit Tink und hecken einen Plan aus, wie sie ihren Käpt’n davon überzeugen könnten, dass der junge Pan unsterblich und somit unbesiegbar sei. Was sie nicht annehmen können ist, dass Peter da seine eigene Meinung hat …
42. The Lost Memories of Pirate Pan (Die verlorenen Erinnerungen des Piraten Pan) In Nimmerland erscheint ein Neuankömmling. Es ist Jane, Wendys Tochter aus der Zukunft. Durch diese lange Reise, um das Mädchen überhaupt herzubringen, leidet Peter jedoch an Amnesie, erkennt seine Freunde nicht wieder und beschließt Hook und seiner Piratencrew beizutreten. Tink erzählt den Darlingkindern von einem Ort, wo verlorene Erinnerungen aufbewahrt werden. Durch das Handeln von Peters Freunden und Janes Unterstützung kommt er schließlich wieder zur Vernunft und setzt sich für Wendy und die anderen ein. Jane ist froh, dass sie alle kennenlernen durfte und verlässt glücklich ihre neuen Freunde. Wendy freut sich auch, doch tief in ihr bedauert sie diese Begegnung, da „ihre“ Tochter eine Hindeutung darauf ist, dass sie eines Tages Nimmerland verlassen und heranwachsen wird …
43. Dr. Livingstone and Captain Hook (Dr. Livingstone und Käpt’n Hook) Auf dem Schiff findet ein Gefecht zwischen Hook und Peter statt. Die Piraten versuchen zu helfen, wobei es zu einem Unfall kommt und der Käpt’n von einer Kanonenkugel am Kopf getroffen wird. Als er zu sich kommt, hat er auf einmal völlig neue Erinnerungen. Er erkennt er seine Mannschaft nicht und sieht sich selbst auch nicht mehr als Kapitän, sondern als der begabte Wissenschaftler, Dr. Livingstone. Gleich am nächsten Morgen veranstaltet er eine Expedition mit seiner Mannschaft, die er nicht mehr als Piraten, sondern seine reisenden Gefährten sieht. Zum Entsetzen der Kinder begeben sie sich viel zu nah an das unterirdische Haus. Peter und die anderen wissen, dass sie bei dem Spiel mitmachen müssen, denn nur so können sie die Piraten von der gefährdeten Stelle weglocken …
44. Vanity, Thy name is Mermaid (Die Eitelkeit, du nennst dich Meerjungfrau) Die Meerjungfrauen sind neidisch auf Wendy, weil Peter ihr die meiste Aufmerksamkeit widmet. Sie beschließen sie zu entführen und zu einer von ihnen zu machen, was jedoch einen Haken hat. Peter eilt unter Wasser um Wendy zu retten und macht dabei Bekanntschaft mit Schrumpf-Flosse, einer Frau die ein wenig anders aussieht als die anderen Wesen dort. Er lernt ihre Geschichte kennen und erfährt, wie es dazu gekommen ist. Dank ihrer Hilfe schafft es Peter schließlich die Fallen der neidischen Meerjungfrauen zu überwinden und Wendy wieder zu einem Menschen zurück zu verwandeln. Am Ende beschließt ihre neue Freundin, Schrumpf-Flosse wieder in die Meerjungfrauenlagune zu ziehen, worüber die anderen Meerjungfrauen alles andere als begeistert sind, jedoch keine Wahl haben, als dies zu akzeptieren.
45. The Great Race (Das große Rennen) Die Zwillinge haben eine Maschine gebaut, mit der man sich schneller an Land bewegen soll, als wenn man in der Luft fliegt. Bei einem Testversuch kommt es jedoch zu einem Unfall und dadurch zu einem großen Streit und Konflikt zwischen den beiden. Direkt danach gehen alle ihre Erfindungen kaputt und einzeln ist keiner in der Lage sie zu reparieren. Um sie endlich wieder miteinander zu versöhnen und das Chaos zu beenden, beschließen Peter und die anderen eine Herausforderung zu finden, der keiner widerstehen kann und ohne Zweifel ein neues Gerät bauen wird: das große Rennen.
46. Curly’s Laugh (Curlys Lachen) Am Strand denken sich Peter und die anderen eigene Gutenachtgeschichten aus. Alle haben einen Riesenspaß, bis Curly zu weit geht und alles kaputt macht. Mit dem Bewusstsein nicht witzig zu sein fühlt sich der Junge alles andere als wohl. Er bittet Tink um Hilfe, ob sie das mit einem Zauber nicht ändern könnte. In derselben Zeit sucht Käpt’n Hook nach einem Komiker, der es schafft das von ihm geschriebene Stück aufzuführen.
47. Mardi Gras (Der Faschingstag) Bei einem Unfall rettet Hook Michael das Leben. Das beweist, dass die Piraten ein gutes Herz haben. Sofort schließen sie Frieden mit Peter und den Jungs und Hook schwört den Kindern nie mehr etwas zu Leide zu tun. Um dies zu feiern unternehmen alle einen Ausflug zum Vergnügungspark. Dort verläuft die Zeit ein wenig unfriedlicher, als alle erhofft hatten. Woran die Kinder nicht denken ist, dass nur Hook den Schwur geleistet hat, mit seiner Mannschaft jedoch war es nicht der Fall.
48. The Never Ark (Die Nimmerarche) Peter und die anderen beschließen aufs weite Meer zu Reisen. Auch Hook und die Piraten haben dabei ihre Pläne.
49. The Croc and the Clock (Die Uhr und das Krokodil) Der Wechsel zwischen Tag und Nacht wird auf einmal viel zu heftig. Um dies wieder in Ordnung zu bringen muss die einzige Uhr weit und breit repariert werden. Alle wissen, dass man dafür das Krokodil überlisten muss. Die Zwillinge haben eine Idee und mithilfe von Peter und Tink gelingt der ganze Plan und die Tageszeiten können in Ordnung gebracht werden. Peter ist voller Freude, dass er so ein Abenteuer haben durfte und dabei alles überstanden hat. Anders ist es jedoch bei Hook, der, ohne Warnung wo das Krokodil sich aufhält, von nun an noch vorsichtiger sein muss. Doch mit diesem Gedanken ist er nicht allein …
50. Three Wishes (Drei Wünsche) In der Nacht erscheint eine Sternschnuppe am Himmel. Peter und Hook sehen diese und wollen nun jeder seine drei Wünsche äußern. Da der Stern aber nur drei Wünsche insgesamt und nicht für jeden einzeln erfüllen kann bekommt jeder von ihnen nur einen und den dritten müssen sie sich teilen. Jeder von ihnen versucht daher eine List, wie er gleich alles für sich bekommen könnte. Zuerst scheint dies auch wirklich zu funktionieren, aber doch nicht ganz so, wie Hook und Peter es erwartet hatten …
51. A Hole in the Wall (Ein Loch in der Wand) In einem Berg entdeckt Peter mit den Darlingkindern ein geheimnisvolles Loch, das sie in eine andere Welt führt. Hook und die Piraten folgen ihnen und lernen bald eine andere Seite von sich kennen.
52. Hook the faithful son (Hook, der getreue Sohn) Hook will nicht nur Land und See beherrschen, sondern ebenfalls die Lüfte. Seine Piraten entwerfen für ihn allerlei mögliche Flugmaschinen, von denen jedoch keine einwandfrei funktioniert. Man muss zu anderen Methoden greifen …
53. Wendy and the Croc (Wendy und das Krokodil) Wendy möchte wissen, wie es ist eine Fee zu sein und zaubern zu können. Tinkerbell erlaubt ihr diese neue Erfahrung zu machen. Die beiden sind dabei ein großes Experiment durchzuführen, wobei sie vom Krokodil überrascht werden.
54. Elementary my dear Pan (Das ist einfach, mein lieber Pan) Peter verliert sein wertvolles Instrument und beschließt sich sofort auf die Suche machen. Dabei ernennt er sich zu Sherlock Pan.
55. Frau Brumhandel (Frau Brumhandel) Am Strand übt Michael fleißig Querflöte zu spielen. Die Melodie erweckt eine Wikingerin, die darauf aus dem Meer erscheint und alle anwesenden mit ihrem magischen Gesang verzaubert. Zu Peters Entsetzen freundet sie sich bald mit Hook an, auf den ihre magische Melodie keinen Einfluss zu haben scheint.
56. Play Ball (Ballspiel) Peter und die anderen spielen Baseball. Hook erfährt, dass der Sieger einen sehr wertvollen Preis erhält. Mit seinen Piraten treten sie als Mannschaft gegen Peter an. Sie benutzen allerlei Tricks um sich den Sieg und somit auch den Preis zu sichern.
57. Jules Verne Night (Die Nacht des Jules Verne) Auf der Insel werden zwei große Reisen geplant: Peter wünscht sich die Tiefen der Meere zu erforschen, während Hook sich auf dem Mond sein neues Zuhause errichten will. Um dies zu realisieren müssen entsprechende Maschinen gebaut werden.
58. The Pirate, who came to dinner (Der Pirat zu Gast) Hook gelingt es Peter ins unterirdische Haus zu folgen. Dieser schafft es ihn zu überlisten und verursacht einen großen Unfall. Verwundet und paralysiert muss Hook im Bett bleiben und das in Peters Haus. Ohne seine Launen ertragen zu können tun die Kinder alles um diesen zufrieden zu stellen. Bald finden der Doktor und die Piraten heraus, wie es dem Käpt’n wirklich geht.
59. The Neverscroll (Die Nimmerrolle) Im unterirdischen Haus landet eine geheimnisvolle Schriftrolle. Alle ahnen, dass sie eine Bedeutung hat. Peter macht sich aufn Weg, um das herauszufinden.
60. Peter in Wonderland (Peter im Wunderland) Im unterirdischen Haus erzählt Wendy die Geschichte von Alice im Wunderland. Peter ist nicht zufrieden, weil er nicht mit vorkommt. Er bittet seine Freunde dies zu ändern. Ebenfalls findet er man könne das alles auch noch selber miterleben und begibt sich dank Tinks Feenstaub, mit Wendy auf eine Reise ins Wunderland. Die dortigen Figuren werden von Leuten dargestellt, die sie selber kennen, darunter die verlorenen Jungs und die Piraten.
61. Die Schrumpfpiraten (A day at the Fair) Der kleine Michael unternimmt mit Tinkerbell einen Ausflug auf den Jahrmarkt. Da dort jedoch nicht viel los ist langweilt er sich und wünscht sich mehr aufregenderes. Dies geht bald in Erfüllung, denn die Piraten befinden sich ebenfalls dort. Michael spielt ihnen ein paar Streiche, bis er dabei erwischt wird …
62. Count de Chauvin (Der Graf von de Chauvin) Peter und die verlorenen Jungs spielen eine von Wendys Geschichten: die drei Musketiere. Die Eigenschaft, die dort insbesondere realisiert wird ist das Fechten. Auch Wendy will antreten, was Peter jedoch ablehnt, da er meint Mädchen eignen sich nicht zum Kämpfen. In derselben Zeit plant Hook ein großes Fest auf der Jolly Roger, wo alle Bewohner der Insel eingeladen sind. Verkleidet erscheint auch Peter mit den Jungs und einem neuen Freund, der ein begabter Fechter ist und alle, sogar den jungen Pan, fertig macht.
63. Die Siebenmeilenstiefel (Seven league Boots) Um ein Miniaturenpony zu retten gibt ein Zwerg, ein Freund von Tinker Bell, den Piraten seine magischen Stiefel, die jeden, der sie trägt, mächtig und allwissend machen. Peter und Tink müssen die Schuhe zurückholen, sonst könnte Hook ihr Versteck entdecken und die Macht über ganz Nimmerland an sich reisen. Der einzige Weg alle vor diesem Unheil zu bewahren ist den grausamen Käpt’n zu überlisten …
64. Invisible Tootles (Der unsichtbare Tootles) Im unterirdischen Haus wird Tootles von allen ausgeschlossen und nicht beachtet, so dass er sich bald als unsichtbar bezeichnet. Dabei weiß er nicht, dass es wichtig ist aufzupassen, was man sagt oder sich wünscht, weil es doch einmal Wirklichkeit werden könnte …
65. The Letter (Der Brief) Auf die Jolly Roger kommt ein geheimnisvoller Brief. Starkey glaubt bald Besuch von seiner Mutter zu kriegen.

Weberbauerocereus cuzcoensis

Weberbauerocereus cuzcoensis
Weberbauerocereus cuzcoensis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weberbauerocereus in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).

Weberbauerocereus cuzcoensis wächst baumförmig mit reich verzweigten, ausladenden, graugrünen Trieben von 4 bis 7 Zentimeter Durchmesser und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 4 Meter. Die 10 bis 14 Rippen sind 6 bis 11 Millimeter hoch und äußerst stumpf. Die darauf befindlichen Areolen sind oval bis kreisrund und mit weißer Wolle besetzt. Aus ihnen entspringen kräftige, gelbe bis bräunliche Dornen. Die drei bis acht, kaum stechenden Mitteldornen sind 1 bis 4 Zentimeter, die 10 bis 14 Randdornen 3 bis 10 Millimeter lang. Die untersten Randdornen sind am längsten.
Die etwas radiärsymmetrischen, unangenehm duftenden Blüten öffnen sich in der Nacht. Sie sind 10 bis 12 Zentimeter lang. Ihre hellgrüne Blütenröhre ist mit bräunlichen Haaren besetzt. Die Blütenhüllblätter sind an ihrer Basis weiß und werden zur Spitze hin blass rosafarben. Die Früchte sind dunkelgrün, 4 Zentimeter lang und erreichen Durchmesser von 3 Zentimetern.
Weberbauerocereus cuzcoensis ist in den peruanischen Regionen Apurímac und Ayacucho in Höhenlagen von 1500 bis 2100 Metern verbreitet. Die Erstbeschreibung erfolgte 1969 durch Karel Kníže.
In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wird die Art als „Least Concern (LC)“, d.h. als nicht gefährdet geführt.

Linguistische Versprecher-Theorien

Versprecher, also unwillkürliche sprachliche Fehler, die beim Sprechen unterlaufen und nicht auf organische oder sonstige gesundheitliche Ursachen zurückgeführt werden können, sind (ebenso wie „Verleser“) seit dem Jahr 1895, in dem die Untersuchung Versprechen und Verlesen. Eine psychologisch-linguistische Studie von Rudolf Meringer und Karl Mayer erschien, immer wieder Gegenstand linguistischer Untersuchungen und Sammlungen gewesen. Es handelt sich dabei um Erscheinungen, für die Fehlleistungen der Sprachproduktion (Sprechen, Gebärden, Schreiben, Tippen) verantwortlich gemacht werden und die sich besonders bemerkbar machen als antizipatorische oder repetitive Serialisierungsfehler – Auslassung (Elision; omission), Einfügung (Intrusion, addition), Ersetzung (das Substituting; mit der Sonderform des Austauschs der Metathese; permutation oder reversal etc.) – oder auch als Wort- sowie Phrasen-Substitution im Ganzen oder partiell, dann bezeichnet als Kontamination (eigentlich „Verschmutzung“; dies wie bei der Wort- und Phrasen-Substitution durch nahezu synonyme oder aber auch antonyme Wörter oder Phrasen), und zwar grundsätzlich als Versprechens-Einheiten von Sprechgesten (bezogen auf die Artikulationsstelle, z.B. metathetisch die Bilabialgeste allein versus die Dorsovelargeste allein, z.B. ohne jeweils zugehörige Nasalierung), von Lauten und Lautgruppen, Morphemen, ganzen oder aber nur Teilen von Wörtern (wie auch von Phrasen Syntagmen). Oft werden Versprecher sofort korrigiert, dies oft unbemerkt. Oft bleiben sie unbemerkt und der Sprecher behauptet, geäußert zu haben, was er zu sagen intendierte. Auf rund 1000 Wörter ist laut Busch-Lauer mit einem Versprecher zu rechnen. Verhören und Verlesen gehören nicht der Sprachproduktion an, sondern der Sprachperzeption.
Versprecher (Lapsus linguae) sind immer unwillkürlich. Sie sind von „gewollten Versprechern“ zu unterscheiden, die womöglich die gleichen Formen aufweisen, aber – etwa in kabarettistischem Sketch – eben nicht auf Sprachplanungs- und Ausführungsfehler zurückführbar sind und die als Anspielung, Ironie, Satire oder Wortwitz und Wortspiel (engl. pun) eine besondere kommunikative Funktion ausüben sollen.
Von einigen Forschern wird eine besondere Form der Versprecher dann angenommen, wenn diese den Eindruck erwecken, die sprachliche Fehlleistung verrate das heimliche Denken des Sprechers; solche scheinbar „verräterischen“ Versprecher werden als freudsche Versprecher bezeichnet. Helen Leuninger (1993: 113ff) vertritt (unter anderen Autoren) die Ansicht, dass es keiner solchen besonderen Kategorie bedarf, dass auch diese Versprecher Ergebnis von Fehlleistungen der Sprachplanung (andere Autoren: auch der Sprachausführung) seien und sie lediglich mehr über den „Möchtegernvoyeur, den Hörer nämlich“ als Interpretierenden verrieten als über den Sprecher. Nach Nora Wiedenmann (passim) sind sogen. freudsche Fehlleistungen unter allen Versprecher-Kategorien, entsprechend Struktur und versprochener Äußerungseinheit, zu finden. Nach Wiedenmann (passim) sollte die Bezeichnung Fehlleistung im Freudschen Sinne allgemein nicht auf Versprecher (speech errors) ausgeweitet werden.
Von Versprechern zu unterscheiden sind Sprach- und Sprechstörungen, die auf Hirnschädigungen durch Schlaganfall, Trauma, Tumor und weitere Ursachen zurückführbar sind. In solchen Fällen handelt es sich u.a. um Aphasien.

Bei der Erforschung der Versprecher gilt das Interesse der Linguisten, Psycholinguisten und Psychologen einerseits der Klassifikation der Phänomene, andererseits vor allem der Frage, wie die sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen der Versprecher ursächlich erklärbar sind.
Die Frankfurter Sprachwissenschaftlerin Helen Leuninger erklärte mit Blick auf die frühen Untersuchungen von Meringer:
Das Vorgehen bei neueren Erklärungsversuchen besteht darin, dass ein Sprachplanungsmodell entworfen und dann versucht wird, die Versprecher den Sprachplanungsebenen [modellhaft] zuzuordnen. Leuninger (1996: 140) unterscheidet folgende Sprachplanungsphasen: Als erstes kommt die Botschaft, die einer anderen Person mitgeteilt werden soll. Diese Botschaft muss durch das Produktionssystem des Sprechers umgesetzt werden und durchläuft dabei folgende Ebenen (vereinfacht; hypothetisch): eine prädikative Ebene, auf der die Bedeutung geplant wird; eine positionale Ebene, auf der die grammatische Form entwickelt wird; es erfolgt [scheinbar] eine lexikalische und grammatische Kontrolle, danach das Artikulationsprogramm mit einer [scheinbaren] Lautkontrolle, was die grammatisch strukturierte Form schließlich in eine angemessene Lautform, die sprachliche Äußerung, bringt. Die Versprecher lassen sich nun diesen Ebenen der Sprachplanung zuordnen.
Versprecher können nur innerhalb eines sehr engen zeitlichen Rahmens stattfinden, da sie wohl durch Fehler im [hypothetischen] Arbeitsspeicher des Sprechers zustandekommen, dessen Umfang im Zeitbereich für ca. 7 Silben (also sprecherbezogen) zu liegen scheint.
Typen von Versprechern (alle aus Leuninger 1993 und 1998, nach einer Kategorisierung, die von anderen Wissenschaftlern anders vorgenommen wird; s. Wiedenmann 1998) u.a.:
1. Substitutionen: Ersetzungen aufgrund von Bedeutungs- oder Formähnlichkeit. Bei der Ersetzung eines formähnlichen Wortes werden strenge Regeln befolgt; so weist das falsche Wort meist die gleiche Silbenzahl, gleiche oder gleich empfundene Endungen und Anfangslaute etc. wie das Wort auf, das eigentlich geäußert werden sollte. Beispiel: „renommiert“ statt „renoviert“ (88). Es entsteht scheinbar kein neues Wort, sondern es wird eines durch das andere aufgrund von Formähnlichkeit ersetzt.
2. Vertauschungen, die bei Wörtern meist innerhalb derselben Wortart ablaufen. Wörter, Teile von zusammengesetzten Wörtern, Silben oder auch Laute tauschen ihren Platz. Beispiel [ursprünglich aus Rudolf Meringers Corpora: 1895 / 1908]: „zwecktischer Prack“ statt „praktischer Zweck“ (83).
3. Bei Antizipationen (Vorwegnnahmen) werden sprachliche Einheiten in einer Äußerung vorweggenommen. Diese Einheiten können die obengenannten Einheiten: Wörter, Wortbestandteile, Lautgruppen/Laute sein; Beispiel: „Ich wollte sie stockbrieflich verfolgen lassen“: das „o“ aus „verfolgen“ wird (hier ein substitutives Beispiel) vorgezogen in der zeitlichen Serialisierung (84).
4. Postpositionen (Nachklänge, Repetitionen; auch mit dem aus der Pathologie stammenden Begriff Perseveration bezeichnet) sind das Gegenstück zu den Antizipationen. Hier klingen sprachliche Elemente nach, was bedeutet, dass eine Einheit, die zuvor schon geäußert wurde, bei der Sprachplanung noch aktiv ist und aus diesem Grund fälschlicherweise ein zweites Mal (substitutiv oder aber auch additiv) verwendet wird. Hiervon betroffen können alle bereits genannten Einheiten sein; Beispiel: „sozialistische Zekten“ für „sozialistische Sekten“ (Leuninger 1996: 73).
5. Kontaminationen von Syntagmen oder Wörtern. Sie gelten als die spannendste Versprecherkategorie und treten (sprecherbezogen; Versprechen ist idiosynkratisch) auch relativ häufig auf. Hierbei vermischen sich zwei konkurrierende Elemente, wobei relevante Teile beider Ausdrücke zusammengefügt werden. Beispiel für eine Kontamination von Wörtern ist: „Hinwaltspunkt“ für „Hinweis/ Anhaltspunkt“ (98).
Ein Beispiel für die Zuordnung eines Versprechers zu einer der Sprachplanungsebenen: Den Versprecher „Ich kann nicht über meine Haut springen“ interpretiert Leuninger (1993: 164) als Kontamination der Wendungen „Ich kann nicht über meinen Schatten springen“ und „Ich kann nicht aus meiner Haut“ und ordnet ihn der prädikativen Ebene zu, also der Ebene der Sprachplanung, auf der die Bedeutung einer Äußerung geplant wird.
Leuninger verweist ferner darauf, dass bei zweisprachig aufwachsenden Kindern auch die Interaktion beider Sprachen zu Versprechern führen kann. Hier wird ein Feld berührt, das auch unter dem Begriff Fehlerlinguistik behandelt wird.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass Fehler nicht nur beim Sprechen auftreten; vielmehr gibt es auch in einem anderen wichtigen Bereich der Sprachproduktion, des Schreibens, Sprachplanungsfehler, d.h. Verschreiber bzw. Vertipper.
Aber auch bei der Perzeption (die zu trennen ist von der Sprachproduktion, jedoch zeitlich mit ihr verschränkt ist: als [visuelle und auditive] Reafferenzen und auch als Afferenzen aus der Umgebung des Sprechers [s. Meringers Hinweise (passim) auf die „Rede des Anderen“]) sprachlicher Äußerungen, beim Hören und Lesen, treten Fehler auf, für die gestörte Abläufe verantwortlich zu machen sind. [In gesondertem Kapitel zu behandeln, da nicht zu Fehlern der Sprachproduktion gehörend:] Zu Hörfehlern meinte Goethe: „Der Hörer aber und sein Ohr tragen gleichfalls zu gedachtem Fehler bei. Niemand hört als was er weiß, niemand vernimmt als was er empfinden, imaginiren und denken kann.“ Goethe führt in diesem kurzen Text außerdem eine kleine Liste von Hör- und Schreibfehlern an.
Auch Freud macht auf derartige Fehlertypen aufmerksam. Hörfehler nennt er im Index seiner Psychopathologie zwar nicht, wohl aber – neben Versprechen (Beispiele dafür dem Corpus des zeitgenössischen Linguisten Rudolf Meringer entnommen, nämlich 1901 bei Freuds Erstpublikation Zur Psychopathologie des Alltagslebens (Vergessen, Versprechen, Vergreifen) nebst Bemerkungen über eine Wurzel des Aberglaubens. In: Monatsschrift f. Psychiatrie u. Neurologie, X. Bd., 1. Heft, 1–13) – Verlesen, Verschreiben und Verdrucken mit vielen Textverweisen.
In seinem Buch über die sogenannte Freudsche Fehlleistung zeigt Timpanaro überzeugend auf, dass die Versprecher, die Sigmund Freud in seiner Schrift Zur Psychopathologie des Alltagslebens im Anschluss an Rudolf Meringer, meist durch Übernahme von Meringers bereits kausal erklärten Versprechern (s. Meringers heftige Proteste dagegen in den 1930er-Jahren), zusammenstellt und psychoanalytisch interpretiert, sich auch durch die typischen Fehler, wie sie sich während des Abschreibprozesses in der handschriftlichen Überlieferung antiker Texte immer wieder einstellen, erklären lassen.
Während sich heute offenbar Versprecher als Terminus gegenüber Fehlleistung (bei Letzterem ist ja noch nicht klar, ob es sich um gesprochene Sprache handelt – Versprechen im Sinne von Sichversprechen – oder um Vertun, Vergebärden etc.) und auch gegenüber Sprechfehler (im Sinne von Stottern, Stolpern, Sigmatismus etc.) weitgehend durchgesetzt hat, scheinen die denkbaren analogen terminologischen Bildungen für Fehler beim Schreiben / Tippen (zu Hören und Lesen s. Sprachperzeption!) nicht allgemein üblich zu sein. Es gibt sie allerdings, wie die Titel der Beiträge (in nicht-wissenschaftlicher Form) Ariadne auf Nixon. Verstreute Verhörer, Versprecher, Verleser, Verwechslungen und Gottes Sohn Obi lacht. Versprecher, Verhörer zeigen. Auch Verdrucker (= fehlerhaft gesetztes Wort; gemeint: Druckfehler; früher des Setzers, heute als Tipp- und Editierfehler bei der Herstellung von gedruckten Texten) gibt es – erwartungsgemäß – bereits, wovon man sich leicht auch bei Internet-Suchmaschinen überzeugen kann, auch wenn der Ausdruck anscheinend noch nicht in die Wörterbücher aufgenommen wurde.