Ulrich Moritz

Ulrich Moritz (* 1949 in Weinsberg) ist ein deutscher Zeichner und Kulturwissenschaftler.

Ulrich Moritz wuchs in Stuttgart auf. Er verließ die Stadt im Jahr 1974 und ließ sich zum Studium in Berlin nieder, wo er noch heute lebt.
Moritz zeichnet Naturobjekte und Landschaften mit Farbstift auf Papier in nahezu ‚altmeisterlicher‘ Tradition. Seine Werke finden großes Interesse in literarisch und publizistisch tätigen Künstlerkreisen. Den Kunstbetrieb meidet er jedoch weitgehend und dem Kunstmarkt entzieht er sich ganz. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ widmete die Ausgabe ihrer Beilage „ZEITmagazin“ vom 15. März 2012 dem Künstler Ulrich Moritz, mit Beiträgen von Hans Magnus Enzensberger, Anita Albus, Sibylle Lewitscharoff, Martin Mosebach, Hanns Zischler und Katharina Enzensberger.
Heute ist der Zeichner und Kulturwissenschaftler Mitarbeiter des Museums für Naturkunde in Berlin. In der historischen Arbeitsstelle des Museums widmet sich Ulrich Moritz der Transkription der Reisetagebücher des Botanikers Friedrich Sello (1789−1831). Für das Museum für Naturkunde ist Moritz als Herausgeber, Redakteur und Autor von Publikationen zur Geschichte des Museums beteiligt.
Eine erste Ausstellung seiner Werke zeigt vom 11. Dezember 2013 bis 24. Januar 2014 der Wolff Verlag in Berlin Unter den Linden.

Cyclandelat

(3,3,5-Trimethylcyclohexyl)-2-hydroxy-2-phenylacetat (IUPAC)
C04AX01
weißer, amorpher Feststoff
Antidementiva
Vasodilatatoren
fest
55–56,5 °C
192–194 °C (1,82 kPa)
20 °C
5000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)
Cyclandelat ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung von zerebralen und peripheren Durchblutungsstörungen verwendet wird. Das Antidementivum „hemmt im Gehirn den Einstrom von Calcium aus dem Blut in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), in die Blutplättchen (Thrombozyten) und in die Gefäßwandmuskulatur“. Das Medikament wirkt gefäßerweiternd (Vasodilatator), indem es direkt auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße einwirkt und die Gefäßwand erschlaffen lässt. Weiterhin wird die Fließeigenschaft des Blutes durch eine Elastizitätszunahme der roten Blutkörperchen verbessert sowie auch eine Abnahme der Verklumpungsneigung der Blutplättchen und damit auch eine Reduzierung der Gerinnselbildung bewirkt.
Cyclandelat kann unter anderem zur Behandlung einer Demenz (Nootropikum) und zur Intervall-Therapie einer Migräne eingesetzt werden.
Es war in der Schweiz bis Mitte 2013 unter dem Handelsnamen Cyclandelat Streuli erhältlich, der Hersteller hat dann die Produktion eingestellt. In Deutschland wurde Cyclandelat bereits zum 31. Mai 2008 vom Markt genommen, weil die „fiktive Zulassung von Natil Kapseln“ erlosch und sie somit nicht mehr verkehrsfähig waren. Der seinerzeit von der deutschen Herstellerhotline genannte Grund liegt in den hohen Kosten einer Zulassungsverlängerung im Rahmen des Zulassungsverfahrens und für die geforderten klinischen Prüfungen.

Diana Barnato Walker

Diana Barnato Walker (geborene Barnato, * 15. Januar 1918; † 28. April 2008) war eine englische Pilotin und die erste Britin, die schneller als der Schall flog.
Diana Barnato war die jüngere der beiden Töchter des Finanziers und bekannten Rennfahrers Woolf Barnato und seiner Frau Dorothy Maitland Falk of White Plains, New York. Ihr Großvater war der südafrikanische Diamantenmagnat Barney Barnato. Als Diana vier Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern. Einige Jahre später heiratete die Mutter erneut. Der neue Mann war Richard Butler Wainwright, ein hoch dekorierter Kampfpilot aus dem Ersten Weltkrieg. Auch ein Onkel väterlicherseits war Pilot. Jack Barnato flog im Weltkrieg für den Royal Naval Air Service. Barnatos Familie war sehr wohlhabend und genoss gesellschaftliche Anerkennung in höchsten Kreisen. So wurde Diana als 18-jährige Debütantin König Eduard VIII. vorgestellt.
Diana Barnato interessierte sich von Kindesbeinen an für die Luftfahrt und beschloss im Alter von 20 Jahren, Pilotin zu werden. Ihre Grundausbildung erhielt sie beim Brooklands Flying Club in Surrey auf Doppeldeckern vom Typ Tiger Moth. Sie erwies sich als sehr begabt und absolviert schon nach sechs Flugstunden ihren ersten Soloflug.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meldete sich Barnato freiwillig. 1940 diente sie bis zur Schlacht von Dünkirchen als Krankenschwester in Frankreich. Nach der Evakuierung aus Frankreich fuhr sie im von der Luftwaffe bombardierten London Krankenwagen.
Im Februar 1940 wurde mit der Air Transport Auxiliary eine fliegerische Hilfstruppe aufgestellt, die Flugzeuge überführen sollte. Da es aufgrund der hohen Verluste einen chronischen Mangel an ausgebildeten Kampfpiloten gab, wurden zivile Piloten rekrutiert, zu denen bald auch Frauen gehörten.
Diana Barnato gehörte zu den ersten weiblichen Piloten des Air Transport Auxiliary. Sie bestand den Eignungstest am 9. März 1941 in White Waltham (Berkshire) auf einer Tiger Moth. Sie begann ihre Grundausbildung im November 1941 und schloss diese im Mai 1942 ab.
Nach der Ausbildung flog die junge Pilotin vorerst einmotorige weniger leistungsfähige Flugzeuge. Nach weiteren Lehrgängen überführte sie Hochleistungsjäger wie z.B. Supermarine Spitfire, Hawker Hurricane, North American P-51 und Hawker Tempest. Barnato erweiterte ihre Ausbildung und flog später auch zweimotorige Maschinen wie z.B. Armstrong Whitworth Whitley, Bristol Blenheim, de Havilland Mosquito, North American B-25 und Vickers Wellington.
Barnato diente im Air Transport Auxiliary bis zu dessen Auflösung Ende 1945. Diana Barnato Walker flog in ihrer aktiven Dienstzeit 80 Flugzeugtypen. Dazu gehörten 260 überführte Spitfires.
Nachdem Diana Barnatos Verlobter Squadron Leader Humphrey Gilbert bei einem Übungsflug in seiner Spitfire den Tod fand, heiratete sie am 6. Mai 1944 Wing Commander Derek Ronald Walker. Walker stürzte am 14. November 1945 bei schlechtem Wetter mit einer P-51 ab und wurde ebenfalls getötet. Später hatte Diana Barnato Walker eine Affäre mit Air Commodore Whitney Straight. Straight war, wie auch Dianas Vater, vor dem Krieg ein erfolgreicher Rennfahrer gewesen. Der gemeinsame Sohn Barney wurde 1947 geboren. Diana hatte nach Walkers Tod beschlossen, nie wieder zu heiraten und verlangte von Straight nicht, seine Ehefrau zu verlassen.
Diana Barnato Walker blieb auch nach dem Krieg der Fliegerei treu. Viele Jahre flog sie für das Women’s Junior Air Corps (später: Girls’ Venture Corps), einer britischen Jugendorganisation, die sich in der aeronautischen Ausbildung junger Frauen engagiert. Im Juli 1948 bewies sie nach einem Motorschaden einer Ausbildungsmaschine des Women’s Junior Air Corps erneut ihr fliegerisches Können, als sie ihre brennende Fairchild nach Ablassen sämtlichen Treibstoffes im reinen Segelflug sicher landete.
Am 26. August 1963 erreichte Diana Barnato Walker als Copilotin von Squadron Leader Ken Goodwin in einer English Electric Lightning T4 eine Geschwindigkeit von Mach 1.65. Damit wurde sie zur ersten britischen Frau, die die Schallmauer durchbrach. Kurz nach dem Rekord-Flug wurde Krebs diagnostiziert. Sie musste dreimal operiert werden.
Diana Barnato Walker war Mitglied der Royal Aeronautical Society und wurde 1965 für ihre Verdienste um die Luftfahrt zum Member of the British Empire ernannt.
Diana Barnato Walker starb am 28. April 2008 im Alter von 90 Jahren.

Junkers G 38

Bei der Junkers G 38 war ein viermotoriges Groß-Verkehrsflugzeug in Mitteldeckeranordnung der Junkers Flugzeugwerk AG, Dessau.

Die erste von nur zwei gebauten Maschinen wurde im Oktober 1929 mit der Werknummer 3001 fertiggestellt. Nach ersten Rollversuchen am 4. November 1929 fand zwei Tage später der Erstflug mit Chefpilot Zimmermann statt.
Ausgerüstet war die G 38 mit je zwei 441 kW (600 PS) starken 12-Zylinder-V-Motoren vom Typ L55 und zwei 294 kW (400 PS) starken 6-Zylinder-Reihenmotoren vom Typ L8. Zugelassen wurde die Maschine am 27. März 1930, dabei erhielt sie das Kennzeichen D-2000.
Bereits beim Zulassungsflug wurden zwei Weltrekorde eingestellt, der Streckenrekord mit jeweils 5.000 kg Nutzlast sowohl für geschlossene Strecke mit 5000 kg als auch über eine 100 km Strecke mit 200,636 km/h. Weitere Rekorde wurden mit ebenfalls 5000 kg Nutzlast in der geschlossenen Strecke mit 501,590 km, ein Dauerflugrekord mit drei Stunden und zwei Minuten sowie ein Geschwindigkeitsweltrekord mit 184,464 km/h aufgestellt.
Das Reichsluftfahrtministerium kaufte die Maschine und nutzte sie zu Demonstrationsflügen mit Passagieren im In- und Ausland.
Ab dem 2. Februar 1931 erhielt die D-2000 eine neue Innenausrüstung sowie neue 12-Zylinder-V-Motoren vom Typ L88a mit 588 kW(800 PS) anstatt der L55-Motoren, die die Leistung deutlich verbesserten.
Die Maschine wurde der Deutschen Luft Hansa übergeben, welche sie im internationalen Liniendienst sowie für Sonderflüge einsetzte.
Bereits am 3. Oktober 1931 kam die Maschine wieder in die Junkers-Werft. Sie erhielt dort ein Zwischendeck für größere Frachtkapazität. Die Passagieranzahl konnte von 19 auf 30 erhöht werden. Ein erneuter Tausch der L8-Motoren gegen solche vom Typ L88a verbesserte nochmals die Flugleistungen. Die so umgebaute Maschine wurde von der Lufthansa vorwiegend auf der Flugstrecke Berlin-Hannover-Amsterdam-London eingesetzt.
1934 wurden die Motoren abermals getauscht, nun gegen vier Jumo 204-2-Takt-Gegenkolben-Dieselmotoren zu je 551 kW (750 PS), und das Kennzeichen in D-AZUR geändert. 1936 stürzte die Maschine, verursacht durch einen Montagefehler, bei Dessau ab, die Lufthansa musste sie als Totalverlust abschreiben.
Die zweite G38 wurde bereits mit dem neuen Zwischendeck für 34 Passagiere fertiggestellt und als D-2500 (später D-APIS) am 1. Juli 1932 mit vier Junkers-L88a-Motoren von der Deutschen Luft Hansa zu einem Kaufpreis von 1,5 Millionen Reichsmark übernommen. Wie die erste G38 wurde auch die zweite Maschine im Jahre 1934 auf Jumo 204 umgerüstet. Ab 1939 wurde diese Maschine für militärische Transporte eingesetzt und in Griechenland durch britische Maschinen auf dem Flughafen Athen-Tatoi im Mai 1941 am Boden zerstört.
Mitsubishi baute sechs G 38 in Lizenz als schwere Bomber Mitsubishi Ki-20. Die Junkers-Lizenzbezeichnung war K51, wobei das Präfix „K“ (bis 1926 war dies „H“) für unbewaffnete Prototypen oder zivile Versionen von potentiellen Kampfflugzeugen verwendet wurde. Die bewaffneten Varianten der Flugzeuge konnten wegen der Beschränkungen des Versailler Vertrages nur im Ausland gebaut werden. Die Ki-20 blieben bis 1941 im Einsatz.
Bei diesem Typ wurden die Junkers-Patente zum „dicken Flügel“ aus dem Jahre 1910 vollkommen umgesetzt: Motoren, Treibstoff und zum Teil auch Passagiere wurden im Flügel untergebracht.
Zivile Baureihen: F 13 | Ju 13 | K 16 | A 20 | G 23 | F 24 | G 24 | A 25 | T 26 | T 29 | G 31 | A 32 | W 33 | W 34 | A 35 | G 38 | Ju 46 | A 48 | Ju 49 | A 50 | Ju 52/1m | Ju 52/3m | Ju 60 | Ju 160 | Ju 86 | Ju 90
Militärische Baureihen: J 2 | J 4 (J.I) | J 9(D.I) | J 10 (CL.I) | J 11 | Ju 20 | Ju 21 | H 21 | K 30 | K 37 | K 39 | R 42 | K 43 | K 47 | K 51/Ki 20 | K 53 | Ju 86 | Ju 87 | Ju 88 | Ju 90 | Ju 188 | Ju 288 | Ju 388 | Ju 488 | Ju 89 | Ju 248 | Ju 252 | Ju 322 | Ju 352 | Ju 287 | Ju 290 | Ju 390
Versuchsflugzeuge und Projekte: J 1 | J 7 | J 8 | J 12 | J 15 | J 1000 | T 19 | T 21 | T 22 | T 23 | T 27 | S 36 | EF 61 | Ju 49 | Ju 85 | EF 126 | EF 127 | EF 128 | EF 131 | EF 140 | EF 150 | Ju 187/287 | EF 009

Reizwäsche

Als Reizwäsche oder Dessous (Lehnwort aus dem Französischen für „Unteres“), z. T. auch Lingerie, werden Kleidungsstücke bezeichnet, die dazu dienen können, den Geschlechtspartner sexuell zu erregen. Dies ist insbesondere Kleidung aus dem Bereich der Unterwäsche, die häufig speziell aus Materialien hergestellt wird, die als erotisierend empfunden werden und üblicherweise nicht im Bereich funktionaler Unterwäsche eingesetzt werden, beispielsweise Samt, Spitze, Lycra oder Satin. Diese Wirkung wird zusätzlich mit speziellen Schnitten unterstrichen. Dessous und Reizwäsche gibt es sowohl für Frauen wie auch für Männer, wobei das Angebot für Frauen deutlich vielfältiger und reichhaltiger ist. Häufig werden elegantere und hochwertiger verarbeitete Wäscheteile als Dessous bezeichnet, während provokantere Wäsche, insbesondere in bestimmten Farben wie Schwarz oder Rot, eher als Reizwäsche bezeichnet wird.

Dessous und Reizwäsche sind in ihrer Gestaltung oft an Vorbilder aus dem französisch geprägten späten 19. Jahrhundert angelegt, in dem zunehmend ansprechende Wäsche produziert wurde. Dies erklärt auch den häufigen Ursprung einzelner Bezeichnungen für derartige, damals ausschließlich für Frauen konzipierte Wäschestücke aus der französischen Sprache. Nach und nach entwickelten die Wäscheproduzenten aus diesen Formen neue Modelle, aber erst in den 1960ern verbreitete sich allmählich die heutige Vorstellung sexuell ansprechender Unterwäsche. Im 21. Jahrhundert erweiterte die Wäscheindustrie ihre Produktpalette um die sogenannten Dessous-dessus, Wäsche für darunter, die auch darüber getragen werden kann. Unterwäsche wurde nicht mehr sittsam versteckt, sondern durfte zumindest in Teilen, beispielsweise BH-Träger oder Strings auch unter der Oberbekleidung sichtbar sein.
Die Funktion der Reizwäsche geht über den Gebrauchswert der üblichen Unterwäsche hinaus und reicht von im Alltag bequem zu tragenden Dessous bis hin zu Kleidungsstücken, die den Status eines Sexspielzeugs oder eines sexuellen Fetischs annehmen können. Teilweise ist Reizwäsche auch so geschnitten, dass sie beim Geschlechtsverkehr getragen werden kann, ohne dabei zu behindern. Ausnahmen hiervon werden oft durch aktuelle Modeströmungen geschaffen, die verschiedene Dessous als Accessoire einsetzen oder betonen, beispielsweise Bodys, Korsagen, Nylonstrümpfe oder sogenannte G-Strings, die teilweise als Oberbekleidung und deutlich sichtbar getragen werden. Die Einordnung von Kleidungsstücken als Reizwäsche oder Dessous ist abhängig von der individuellen Moralvorstellung und der Einstellung zur Mode sehr subjektiv. Beispiele hierzu bilden Badestrings und transparente Spitzenunterwäsche für Kinder wie auch Strumpf- und Miederware, bei denen nur funktionelle Zonen Blickdicht verstärkt sind. Wie in der Vergangenheit bei Umstandsmiederhose aus luftigem Tüll, bei den nur Stützgürtel und Schrittfutter blickdicht waren.
Subjektiv keine Reizwäsche: junge Frau und junges Mädchen im String-Bikini
Typischerweise als Reizwäsche angesehen: Corsage und String mit Spitze und Satin
Funktionelle Unterwäsche, die durch Farben zur Reizwäsche umfunktioniert wurde.
gleichfarbiger BH und Slip
Dessous und Reizwäsche bestehen üblicherweise aus mindestens zwei zusammenpassenden Teilen, meist einem BH und Slip, die in dieser Kombination als BH-Set bezeichnet werden. Funktionale BHs bestehen üblicherweise aus einem Textilgemisch aus Baumwolle, Polyamid und elastischen Fasern wie beispielsweise Elastan. Diese Kombination kommt auch bei erotisierender Wäsche zum Einsatz, darüber hinaus werden jedoch auch Stoffe verwendet, die von ihren Trageeigenschaften nicht als Alltagswäsche konzipiert sind. Hierzu gehören BHs und Slips aus glänzenden oder hochglänzenden Stoffen wie Lack oder Latex, die keine atmungsaktiven Eigenschaften besitzen, und transparenten Stoffen, zum Beispiel Spitze oder Netzstoffen.
Sets dieser Art gibt es auch aus sehr harten Materialien wie Edelstahl, Ketten oder Perlensträngen, sowie nur einmal zu tragender Wäsche aus essbaren Materialien wie Liebesperlen oder sogenannte Candy-Wäsche.
Die Formen der Sets sind vielfältig und reichen von Bustiers und Torseletts, die einen großen Teil des Torsos bedecken, bis hin zu BHs und Slips ouvert, die meist die typischerweise bedeckten primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale (Vulva bzw. Brustwarzen) unbedeckt lassen. Typische Slipformen sind beispielsweise Stringtangas, G-Strings, C-Strings, sowie Micro-Strings, Tangas und Panties, beziehungsweise French Knickers. Eine Zwischenform stellen die Bodysuits dar, die auch als Stringbody angeboten werden.
Zu den verbreiteten Accessoires weiblicher Dessous gehören sowohl Strumpfhosen wie auch Strümpfe, die meist aus Nylon bestehen, aber auch als Netzstrümpfe, sogenannte Fishnets angeboten werden. Strümpfe und Strumpfhosen sind häufig gemustert, verfügen wie die klassischen Cuban Heels über eine Naht oder besitzen ein breites Abschlussband aus Spitze. Für Strümpfe kommen neben der ursprünglichen Befestigungsart des Strumpfbandes, das heute meist nur dekorativen Zwecken dient, vor allem Strapse und Tanzgürtel zur Verwendung. Eine weitere Strumpfform verzichtet auf Haltersysteme und ist durch eine Beschichtung des oberen Abschlusses mit Kunststoffen halterlos tragbar.
Aus Nylon oder Netzstoffen bestehende Catsuits haben einen ähnlichen optischen Effekt wie Strümpfe, bedecken aber neben den Beinen häufig auch den ganzen Körper. Eine ähnliche Form ist der Zentai, der üblicherweise aus Lycra besteht und zusätzlich auch den Kopf bedeckt.
Teilweise kommen Dessous und Reizwäsche auch eine formende Funktion zu, hierzu zählen insbesondere die starkformenden Korsetts, aber auch die weniger stark formenden Korsagen und Korseletts. Meist können an diesen Kleidungsstücken auch Strapsbänder zur Befestigung von Strümpfen angebracht werden. Die Materialien können bei Korsetts auch sehr schwer sein, beispielsweise Brokatstoff oder Leder, während die Stoffe der anderen Formen eher denen der BHs entsprechen. Die Schnitte entsprechen teilweise hergebrachten historischen Formen und werden in Taillen- Unterbrust- und Überbrustformen unterschieden. Typisch für diese Wäschestücke ist die Schnürung, die bei weniger hochwertiger Wäsche oft keine Funktion erfüllt. Neben einer taillenformenden Wirkung haben einige dieser Kleidungsstücke eine brustanhebende Wirkung, ähnlich einer Büstenhebe.
Negligés und freizügig geschnittene Nachthemdchen zählen ebenfalls zu den Dessous, diese bestehen häufig aus Seide oder anderen fließenden Stoffen mit Spitzenbesatz. Eine weitere Form ist das aus den 1950ern stammende Babydoll, das ebenfalls häufig mit Spitze und Rüschen besetzt ist.
Neben der eigentlichen Reizwäsche werden bestimmte Accessoires zur Verstärkung der erotischen Wirkung der Wäsche eingesetzt, hierzu zählen beispielsweise Federboas, Spitzen- und Netzhandschuhe, sowie Ärmlinge oder Stulpen. Obwohl Schuhe im eigentlichen Sinne keine Wäsche sind, werden insbesondere Overknees mit stark überhöhten Absätzen oder sehr hochgeschnittene Stiefel, die sogenannten Thigh-Highs als Bettstiefel bezeichnet und verkauft. Als Material wird wegen der zum Anziehen benötigten Dehnbarkeit häufig Stretchlack oder Latex verwendet.
Als Reizwäsche oder Dessous für Männer werden meist Unterhosen oder Unterwäsche aus durchsichtigen beziehungsweise netzartigen Materialien verstanden, die Materialien entsprechen weitgehend funktionaler Wäsche. Gängige Formen sind Tangas, Strings, Thongs, Hüftpants oder Jockstraps. Darüber hinaus gibt es häufig dazu passende Unterhemden, beispielsweise Netzunterhemden, aber auch Bodys, beziehungsweise String-Bodys.

Shahid Kapoor

Shahid Kapoor (Hindi: शाहिद कपूर, Śāhid Kapūr; * 25. Februar 1981 in Bombay) ist ein indischer Schauspieler und Model, der für seine Hindi-Filme bekannt ist. Von vier Filmfare Award Nominationen gewann er zwei, unter anderem für den besten Schauspieler für seine Darbietung in Shakespeares Hamlet Adaptation Haider (2014).

Shahid Kapoor ist der Sohn des Schauspielers Pankaj Kapoor und Neelima Azeem. Die beiden ließen sich scheiden als er drei Jahre alt war. Er wuchs bei seiner Mutter auf. Mütterlicherseits ist Shahid Kapoor ein Urenkel des Regisseurs Khwaja Ahmad Abbas.
Am 7. Juli 2015 heiratete Kapoor die Studentin Mira Rajput in einer Zeremonie in Delhi.
Er studierte Tanz und erhielt dadurch einige Rollen in Musikvideos, sowie auch in Filmen. In dem Film Dil To Pagal Hai – Mein Herz spielt verrückt (1997) hatte er als Hintergrundtänzer in dem Song Le Gaye mitgetanzt. Zwei Jahre später wurde er wieder als Hintergrundtänzer in dem Song Kahin aag lage lag jaye (Taal 1999) an der Seite von Aishwarya Rai eingesetzt.
Sein Debütfilm Ishq Vishk war mäßig erfolgreich, dennoch gewann er den Filmfare Award 2003 für das beste Debüt, sowie den Star Screen Awards und den Zee Cine Award. 2004 folgten zwei weitere Filme. Fida, mit Kareena Kapoor und Fardeen Khan und Dil Maange More, eine romantische Komödie mit Soha Ali Khan, Tulip Joshi und Ayesha Takia. Mit seinem Halbbruder Ishaan spielte er gemeinsam in dem Film Vaah! Life Ho Toh Aisi!. Bevorzugt spielt er in Filmen den romantischen Helden, häufig zusammen mit Kareena Kapoor und Amrita Rao. Für seine Arbeit in dem Film Shikhar bekam er eine Nominierung für den Star Screen Award/Bester Hauptdarsteller. 2006 spielte Shahid in dem Comic-Thriller 36 China Town, der nur mäßig erfolgreich war. Im Sommer 2006 machte Shahid zusammen mit anderen Bollywood-Stars wie Salman Khan, Kareena Kapoor, John Abraham, Esha Deol, Mallika Sherawat und Zayed Khan eine Welttournee.
Seinen großen Durchbruch hatte Shahid dann nach Vivah mit Jab We Met 2007 an der Seite seiner damaligen Freundin Kareena Kapoor, die sich aber kurz nach dem Dreh von ihm trennte. In 2009 spielte Shahid Kapoor zusammen mit Rani Mukerji in Mein Herz ruft nach Liebe – Dil Bole Hadippa!. Der Film war kein kommerzieller Erfolg. Im Jahr 2009 spielte Shahid an der Seite von Priyanka Chopra eine Doppelrolle, wo er sowohl einen positiven als auch negativen Charakter spielte und zudem er auch stottern und lispeln musste. Für den Film Haider (2014) rasierte sich Kapoor seine Haare ab. Seine Rolle bekam Zuspruch von den Kritikern, die eine Adaption von Shakespeares Hamlet ist. Er produzierte den Film und ist neben Tabu und der Newcomerin Shraddha Kapoor zu sehen. Für seine Darbietung gewann er den Stardust Award und den Filmfare Award in den Kategorien bester Drama Schauspieler und bester Schauspieler. Haider ist der erste indische Film, der auf dem Rome Film Festival gezeigt wurde und gewann den People Choice Award.
Shahid hat einen kurzen Tanzauftritt im Lied Punjabi Must in Action Jackson. Nach R… Rajkumar sind Shahid Kapoor und Sonakshi Sinha für eine kurze Zeit, wieder zusammen auf der Leinwand zu sehen.

Weiler ob der Fils

48.70619.5067340Koordinaten: 48° 42′ 22″ N, 9° 30′ 24″ O
Weiler ob der Fils ist ein Stadtteil von Ebersbach an der Fils im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Der Stadtteil Weiler ob der Fils liegt auf einer Anhöhe (340 m NN) ungefähr 1,5 km südwestlich vom Stadtzentrum Ebersbachs. An Weiler grenzen die Ebersbacher Stadtteile Roßwälden im Süden und Sulpach im Osten sowie die Stadt Ebersbach im Nordosten an. Westlich befinden sich die Gemeinden Reichenbach an der Fils und Hochdorf.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde die Bevölkerung Weilers auf etwa ein Zehntel dezimiert. Eine Ursache hierfür war auch die Abwanderung vieler Bürger in das nahe gelegene Kirchheim unter Teck.
Einwohnerentwicklung:
Im Jahr 1975 wurde eine Ortverfassung verabschiedet, mit der das Amt des Ortsvorstehers und ein Ortschaftsrat gegründet wurden. Außerdem wurde die unechte Teilortswahl eingeführt und Weiler ob der Fils bekam zwei Sitze im Gemeinderat von Ebersbach an Fils garantiert. Im Jahr 2009 wurde unter Beibehaltung der Ortsverfassung die unechte Teilortswahl abgeschafft.
Vor der Reformation erfolgte in Weiler der Gottesdienst durch einen Kaplan, der dem Sulpacher Pfarrer unterstand. Nach der ab 1534 in Württemberg eingeführten Reformation wurde Weiler nach Roßwälden eingepfarrt. Der Roßwälder Geistliche hielt in Weiler alle zwei Wochen Gottesdienste ab. Die Pfarrei in Roßwälden war den Klosterfrauen von Kirchheim unter Teck unterstellt. Im Jahr 1603 wird die neue evangelische Kirche an gleicher Stelle wie die dem Heiligen Blasius geweihte Wallfahrtskapelle errichtet und besteht bis heute.
Im Allgemeinen leitet man das Wort „Weiler“ vom lateinischen Wort „villare, villarium“ („Landgut, Hof“) ab. Politisch gesehen waren die Einwohner von Weiler ob der Fils seit dem späten Mittelalter württembergische Untertanen.
Die Erstbesiedlung fand vermutlich in der Zeit zwischen dem neunten und dem elften Jahrhundert statt. In einer um das Jahr 1250 verfassten Urkunde ist ein Weiler westlich von Göppingen beschrieben; es geht aber nicht eindeutig hervor, ob es sich um die Gemeinde Weiler ob der Fils oder um den Schorndorfer Stadtteil Weiler handelt. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung von Weiler ob der Fils stammt aus dem Jahr 1423. Der Ort kam teilweise als alter Besitz des Klosters Adelberg, teilweise über die Herrschaft Teck an Württemberg. Anno 1538 werden die Orte Sulpach, Roßwälden und Weiler unter dem „Roßwälder Stab“ zusammengefasst, der bis 1938 zum Oberamt Kirchheim zählt. Seit 1819 ist die Weilermer Bürgerschaft bestrebt sich vom Roßwälder Stab zu trennen. Weiler verlässt 1905 den Roßwälder Stab und wird zur selbstständigen Gemeinde. Ab 1931 ziert der weiße Bär im roten Schild (Siegel des ausgestorbenen Adelsgeschlechts der Reußensteiner) das Dienstsiegel der Gemeinde Weiler. 1938 wird Weiler dem Landkreis Göppingen zugeordnet. Am 1. Januar 1975 erfolgt die Eingemeindung nach Ebersbach.
Weiler erhält 1718 erstmals ein eigenes Schulzimmer. In den Jahren von 1963 bis 1965 entsteht ein neues Schulhaus mit Kindergarten, Gymnastikhalle und Hartsportplatz. Zwischen 1976 und 2000 kommt es vor allem im Bereich der Sportanlagen zu umfangreichen baulichen Neugestaltungen und Erweiterungen. 1984 wird der Rasensportplatz mit Weitsprung- und Kugelstoßanlage eingeweiht. Im Jahr 2003 wird das Bürgerhaus fertiggestellt.
Von 1907 bis 1921 wird die Wasserversorgung durch Quellfassungen gesichert sowie der Anschluss an das Telefonnetz und die öffentliche Stromversorgung hergestellt. Seit 1970 erfolgt die Wasserversorgung durch den neu errichteten Wasserturm zwischen Weiler und Sulpach.
Im ortsneckerischen Sprachgebrauch werden die Weilermer auch „Plätz“ (Flacher Kuchen aus Brotteig, mit Obst belegt) oder „Katza“ (Katzen) genannt.
Die beiden größten Vereine von Weiler sind der Sportclub SC Weiler 1947 und der Gesangsverein Eintracht Weiler. Außerdem gibt es in Weiler eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach.
Der Städtische Kindergarten und die Grundschule sind in einem Gebäude in der Nähe des Ortskerns untergebracht. Der Musikschulunterricht findet im benachbarten Bürgerhaus statt. Die weiterführenden Schulen und Bildungseinrichtungen wie Haupt-, Förder-, Realschule und Gymnasium befinden sich in der Kernstadt Ebersbach.

Nassersee

Der Nassersee (arabisch بحيرة ناصر, DMG Buḥairat Nāṣir), benannt nach dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser, ist der in Ägypten durch den Staudamm as-Sadd al-ʿĀlī (السدّ العالي, auch als Assuan-Hochdamm bekannt) im Niltal entstandene Stausee, der südlich von Assuan liegt. Ein Teil des Sees befindet sich im Sudan, bei Wadi Halfa, wo er Nubia-See heißt.
Der See ist insgesamt etwa 500 km lang, wovon 350 km auf den Nassersee und 150 km auf den Nubiasee entfallen. Er ist zwischen 5 und 35 km breit und enthält etwa 165 km³ Wasser.
Der See wurde angelegt, um ausreichende Wassermengen zu bevorraten, mit denen eine Niedrigwasserperiode, wie sie voraussichtlich im statistischen Mittel einmal alle hundert Jahre vorkommt, überbrückt und dadurch Ägypten vor immensen Schäden bewahrt werden könnte.
Das Volumen des von der älteren Assuan-Staumauer gebildeten Sees reichte kaum aus, um die Bewässerung der ägyptischen Landwirtschaft während der regelmäßigen Niedrigwasserperiode des jeweiligen Jahres aufrechtzuerhalten. Bereits eine besonders niedrige Nilflut hätte zu großen Ernteausfällen geführt. Zwei oder gar mehrere Jahre mit niedrigen Wasserständen – Ereignisse, die seit pharaonischen Zeiten immer wieder vorkamen – hätten zu katastrophalen Folgen für die Landwirtschaft und die Bevölkerung Ägyptens geführt.
Harold Edwin Hurst ermittelte das notwendige Stauvolumen mit 37 km³ für die Bewässerung während eines Jahres, 90 km³ für die Bevorratung (Century Storage) und 30 km³ Vorsorge für die Sedimentationsverluste. Später wurde das Gesamtvolumen um weitere 6 km³ auf insgesamt 163 km³ erweitert.
Bereits Muhammad Ali Pascha (1805–1848 Vizekönig von Ägypten) hatte damit begonnen, die Bewässerungsmethoden am Nil von der traditionellen saisonalen Bewässerung in Überschwemmungsbassins auf ganzjährige Kanalbewässerung umzustellen, um dadurch mehrere Ernten pro Jahr zu ermöglichen. Der Nilschlamm verlor in den immer weiter ausgebauten Systemen von Bewässerungskanälen immer mehr an Bedeutung. Man nahm daher bei der Konzeption des Nassersees in Kauf, dass der Nilschlamm sich im See absetzten würde und die Bauern vermehrt Mineraldünger einsetzen müssten.
Die Füllung des Stausees begann 1964; bis 1976 hatte der See den vorgesehenen Wasserstand erreicht. Während der extremen Dürre von 1984 bis 1985 konnte ein Abfluss von mehr als 53 km³ pro Jahr aufrechterhalten werden. Auch die hohe Flut von 1988 konnte ohne Schäden abgefangen werden.
Vor der Überflutung wurden ab 1959 (Rettungskampagnen mehrerer Länder unter Federführung der UNESCO) einige berühmte antike Baudenkmäler (z. B. „Abu Simbel“) abgebaut und an sicheren Orten neu errichtet. Andere weniger bedeutende Ruinenstätten mit Bauwerken aus altägyptischer bis mittelalterlich-christlicher Zeit wurden teilweise freigelegt, vermessen und ihre Kleinfunde geborgen, bevor sie unter Wasser verschwanden.
Der See beziehungsweise der Assuan-Staudamm soll auch der Grund sein, warum das Nildelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch Brandung und Strömungen abgetragen wird. Das Delta hat seine äußere Form aber schon seit der Antike nicht mehr wesentlich geändert, im übrigen ist nicht der See oder der Damm der Grund für eine gewisse Erosion des Küstenverlaufs, sondern die Tatsache, dass so viel Wasser für die Bewässerung verwendet wird, dass nur noch etwa 5 % des Nil-Wassers im Mittelmeer ankommen.
Hohe Fluten können durch einen Wadi zur Toshka-Senke abfließen. In der Nähe dieses Wadis entstand im Rahmen des Toshka-Projekts eine gigantische Pumpstation, um neue landwirtschaftliche Felder in der Senke westlich des Nils mit Wasser aus dem Nassersee zu versorgen.

Vítor Viana

Vítor Viana (* 23. Dezember 1881 in Rio de Janeiro; † 21. August 1937 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Jurist, Journalist und Historiker.

Vítor Viana war der Sohn von Ernesto da Cunha de Araújo, Professor an der Escola Nacional de Belas Artes, und Teresa de Figueiredo Araújo Viana.
Nach dem Studium der Geistes- und Rechtswissenschaften, widmete er sich dem Journalismus. Thematische Schwerpunkte bildeten die nationalen verfassungsrechtlichen Probleme. Er entwickelte sich zu einem bedeutenden Schriftsteller für Wirtschaft und Finanzen und schrieb zunächst für O Século, wechselte dann zu O Paiz, zuletzt zum Jornal do Commercio, bei der er zum Chefredakteur und Direktor aufstieg. Er galt als einer der bestinformierten Kommentatoren des Ersten Weltkrieges. Literaturkritiken veröffentlichte er in Livros Novos und als Redakteur der Notas Pedagógicas.
Er wirkte als Bibliothekar an der Escola Nacional de Belas Artes in Rio, war Hochschullehrer an der Escola de Altos Estudos und Professor für Industriegeografie und Industriegeschichte an der Escola Normal de Artes e Ofícios Venceslau Brás. 1922 veröffentlichte er die Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens. Von 1926 bis 1929 war er Redakteur des Boletim do Ministério das Relações Exteriores.
Viana war Mitglied im Außenhandelsrat, der Geografischen Gesellschaft in Rio de Janeiro und nach Vorschlag von Amaro Cavalcanti auf Grund seiner Schriften über den Krieg und den Völkerbund in der Sociedade Brasileira de Direito Internacional, der brasilianischen Gesellschaft für Völkerrecht.
Vítor Viana wurde am 11. April 1935 Mitglied der Academia Brasileira de Letras, der brasilianischen Akademie der Literatur in Rio de Janeiro, und der dritte Inhaber des Sitzes Nr. 12 in Nachfolge von Antônio Augusto de Lima.

Jakob II. (Mallorca)

Jakob II. von Mallorca (katalanisch: Jaume II de Mallorca; * 1243 in Montpellier; † 1311 auf Mallorca) stammte aus dem Haus Barcelona und war von 1276 bis zu seinem Tode König von Mallorca.

Jakob war ein jüngerer Sohn des Königs Jakob I. von Aragón und dessen Ehefrau Yolanda von Ungarn. Sein Vater hatte 1235 die Balearen von den Mauren erobert und führte seither den Titel König von Mallorca. Gemäß dem väterlichen Testament sollte Jakob die Inseln und zusätzlich die Grafschaften Cerdanya und Grafschaft Roussillon sowie Montpellier als ein souveränes Königreich erhalten. Damit geriet Jakob allerdings in einen Gegensatz zu seinen älteren Bruder, König Peter III. von Aragón, der die Aufteilung des väterlichen Besitzes nicht akzeptierte. Jakob konnte sich nicht lange gegen seinen Bruder behaupten und musste bereits 1279 in Perpignan seine Unabhängigkeit aufgeben und ihn als seinen Oberlehnsherren anerkennen. Im Jahr 1283 verbündete er sich dennoch mit Frankreich nachdem Peter infolge der sizilianischen Vesper von Papst Martin IV. exkommuniziert wurde. Der Kreuzzug gegen Aragon, den König Philipp III. von Frankreich durchführte, scheiterte jedoch 1285 und Jakob musste die Annexion Perpignans und Mallorcas durch Peter hinnehmen. Peter beabsichtigte Mallorca wieder mit Aragón zu vereinen, doch sicherte der zwischen Aragón, Frankreich und Neapel ausgehandelte Friedensvertrag von Anagni (1295) den weiteren Fortbestand Mallorcas unter den Bedingungen von 1279.
Jakob gab seine Politik gegen Peter auf und kümmerte sich fortan um die Verwaltung seines Königreiches. Er galt als Förderer des Handels und der Wissenschaft, besonders des Philosophen Ramon Llull. Er war darüber hinaus in Palma de Mallorca ein sehr tätiger Bauherr: Im Jahr 1309 wurde das Castell de Bellver fertiggestellt, und den Bau der Kathedrale La Seu, in der er auch bestattet wurde, trieb er weiter voran.
Jakob II. war seit dem 12. Oktober 1275 verheiratet mit Esclarmonde von Foix († nach dem 22. November 1299), einer Tochter des Grafen Roger IV. von Foix und der Brunissende von Cardonna. Ihre Kinder waren: