Wabanaki-Konföderation

Die Wabanaki-Konföderation oder Wabanaki (auch Wabenaki, Wobanaki; englisch: dawn land people; deutsch: Leute des Landes der Morgenröte/-dämmerung, d. h. Volk, das im Osten lebt) bezeichnet eine politisch-militärische Allianz in Nordamerika von fünf kulturell und sprachlich verwandten Algonkin-Stämmen gegen die militärisch expansive Irokesen-Liga, die vom 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1862 bestand.
Die Stämme behielten ihre eigene politische Führung, kamen jedoch zusammen, um gemeinsam über Diplomatie, Krieg und Handel zu entscheiden. Die Wabanaki-Konföderation wurde offiziell 1862 aufgelöst, aber die fünf Stämme blieben enge Verbündete, und die Konföderation lebt in der Form einer politischen Allianz zwischen diesen historisch befreundeten Nationen bis heute weiter.

Die folgenden fünf Stämme gehörten offiziell zur Wabanaki-Konföderation:
Enge Verbündete der Wabanaki-Konföderation waren die Innu (auch Montagnais), Algonquin sowie die Irokesisch-sprachigen Wyandot (bis 1650/1700 als Huronen – Tionontati/Petun bekannt).
Die Bezeichnung Abenaki (oder Abnaki) wird oft fälschlich synonym für Wabanaki gebraucht – jedoch waren die Abenaki nur ein Mitglied der Konföderation. Zudem kann oft nicht zwischen der Konföderation und den einzelnen Mitgliedern dieser unterschieden werden, da die Stämme sich je nach Dialekt oft als Wabanaki (Wabenaki, Wobanaki, Wobenaki, Wapanahki) bezeichneten, um besonders gegenüber Fremden ihre politische und kulturelle Verwandtschaft zu betonen. Wegen des inkorrekten Gebrauchs des Wortes Abenaki für Wabanaki wurden alle Abenaki zusammen mit den Penobscot oft Westliche Wabanaki genannt, während man die Mi’kmaq, Maliseet und Passamaquoddy als Östliche Wabanaki bezeichnete.
Die Wabanaki-Konföderation wurde von den verschiedenen Mitgliedern der Konföderation folgendermaßen genannt:
Benachbarte und oft verbündete Algonkin-Völker bezeichneten die Konföderation folgendermaßen:
Ihr Stammesgebiet nannten die verbündeten Stämme sowie viele benachbarte Algonkin-Stämme Wabanaki (Land der Morgenröte/-dämmerung, d. h. Land im Osten); es umfasste Gebiete des historischen Akadien (die heutigen kanadischen Seeprovinzen Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island, den Süden der Gaspésie-Halbinsel sowie Québec südlich des Sankt-Lorenz-Stroms) in Kanada und Teile Neuenglands (die heutigen US-Bundesstaaten Maine, New Hampshire, Vermont und Massachusetts) im Nordosten der Vereinigten Staaten.
Die Karten zeigen die ungefähre Lage der Mitglieder der Wabanaki-Konföderation (von Norden nach Süden):
Mi’kmaq
Maliseet und Passamaquoddy
Östliche Abenaki (Penobscot, Kennebec, Arosaguntacook, Pigwacket)
Westliche Abenaki (Arsigantegok, Missisquoi, Cowasuck, Sokoki, Pennacook)
Die Wabanaki-Konföderation war ein treuer Bündnispartner der Franzosen in einer Serie von Kolonialkriegen zwischen 1688 und 1759 im Kampf gegen die Briten um Akadien. Als die Franzosen gegen die Briten dann den Krieg verloren und die Kontrolle an diese abtreten mussten, drangen immer mehr englische Siedler in die Gebiete der Wabanaki-Konföderation vor. Hierauf schlossen sie sich im sogenannten Pontiac-Aufstand mit anderen Stämmen zusammen, um gegen die Briten ein eigenes Indianergebiet zu erstreiten. Nach ihrer Niederlage schlossen sich die Mitglieder im heraufziehenden Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nun ihren einstigen Feinden an, um gegen die Amerikaner zu kämpfen.

Swietenia mahagoni

Swietenia mahagoni
Swietenia mahagoni, auch Westindisches Mahagoni genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Sie kommt im südlichen Florida in den USA, auf den karibischen Inseln einschließlich der Bahamas, Kuba, Jamaika und Hispaniola vor. Sie wird beispielsweise in Südflorida als Alleebaum verwendet.
Swietenia mahagoni gehört zu den gefährdeten Baumarten der Gattung Swietenia (neben Swietenia macrophylla und Swietenia humilis), die seit Dezember 2002 durch den CITES-Anhang II unter Schutz stehen. In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wurde 1998 Swietenia mahagoni als „endangered“ = „stark gefährdet“ eingestuft, der aktuelle Gefährdungsgrad ist nicht bekannt.

Westindisches Mahagoni wächst als halb-immergrüner bis immergrüner Baum und kann Wuchshöhen von bis zu 23 Metern erreichen. Im Durchschnitt ist ein erwachsener Baum 12 bis 15 Meter hoch und hat eine symmetrische, runde Baumkrone mit einer gemäßigten Blattdichte. Er ist widerstandsfähig gegen Bruch. Durchhängende Äste und grüne bis braune Zweige sind typisch für diese Art. Die jungen Exemplare haben eine glatte, gräuliche Borke, die mit zunehmendem Alter dunkler und geriffelt gemustert wird.
Die wechselständig angeordneten, paarig gefiederten Laubblätter sind bei ausgewachsenen Exemplaren 5 bis circa 10 Zentimeter lang. Die Fiederblätter sind eiförmig bis lanzettlich und besitzen eine brochidodrome Nervatur.
Westindisches Mahagoni hat kleine grüne Blüten, die in rispigen Blütenständen angeordnet sind. Die bläulich-braunen Früchte sind eiförmig und ungefähr 7,5 bis 15 Zentimeter lang, sie hängen im Winter an schmalen Stängeln. Im reifen Zustand platzen sie, und die Samen werden durch Wind ausgebreitet. Ihre Hüllen sind trocken oder hart.
Holzarten der Gattung Swietenia haben deutlich erkennbare Zuwachszonengrenzen. Der Splint ist gelblich-weiß, meist deutlich abgesetzt vom rosig bis rotbraunen Kernholz, welches eine feine oder ganz feine Struktur hat. Die Holzfasern sind gerade oder leicht gekuppelt. Bei entsprechendem Lichteinfall entsteht auf der Oberfläche ein klarer Goldglanz.
Der Geruch des Holzes ist nicht ausgeprägt oder fehlend. Ihre Gefäße (Poren) sind zerstreut-porig, gruppiert und haben keine spezifische Anordnung; meist in kurzen radialen Reihen, von zwei bis drei Zellen. Der tangentiale Porendurchmesser ist mittel, oder groß ([90-160-255 90-160-255] µm). Sie besitzen eine geringe Anzahl an Poren pro mm² (2-18). Thyllen sind nicht vorhanden. Axialparenchyme (Speichergewebe) sind gebändert. Die Parenchymbänder sind ausschließlich marginal (oder scheinbar marginal) und schmal.
Technische Holzdaten
Westindisches Mahagoni kann in der prallen Sonne, teilweise in der Sonne oder im Halbschatten wachsen. Es hat eine hohe Toleranz gegenüber Trockenheit und Salzaerosol. Regelmäßige Düngung und ein gut drainierter Boden können ein rasches Baumwachstum herbeiführen. Westindisches Mahagoni kann in alkalischem, gelegentlich feuchtem oder gut drainiertem Boden leben.
Westindisches Mahagoni eignet sich zur Anpflanzung an Straßen. Das Holz spielt in Form von Kantholz, Furnierholz und Sperrholzplatten eine wichtige Rolle im Export. Es wird sowohl im Außenbereich als auch im Innenbereich verwendet und ist besonders geeignet für Außenbau ohne Erdkontakt (Marine Bauvorschriften). Andere Einsatzmöglichkeiten bestehen z. B. in der Herstellung dekorativer Furniere, Beschläge, Tischlerarbeiten und Musikinstrumente.

Heilige Ampulle

In der Heiligen Ampulle (frz. Sainte Ampoule), einem eineinhalb Zentimeter großen Glasfläschchen, wurde in der Kathedrale von Reims bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das Chrisam aufbewahrt, das zur Salbung der Könige von Frankreich diente. Bei diesem wesentliches Element der Königserhebung kam die die Ampulle erstmals 1131 bei der Krönungszeremonie König Ludwigs VII. und letztmals 1774 bei der Ludwigs XVI. zum Einsatz.
Während der Französischen Revolution beschloss der Nationalkonvent, die Ampulle, ein Symbol des Gottesgnadentums vernichten zu lassen. Ihre öffentliche Zerstörung erfolgte am 7. Oktober 1793 in Reims durch Philippe Rühl, den Vertreter des Elsaß‘ im Nationalkonvent. Der Inhalt der Ampulle konnte am Tage zuvor in Sicherheit gebracht werden.

Bei der Taufe von Chlodwig I. und seiner Konversion zum katholischen Christentum im Jahre 499 in Reims, der alten Hauptstadt der Belgica Secunda, soll der dortige Bischof Remigius von Reims schon die Ampulle verwendet haben.
Als der Bischof während der Krönung in dem Gedränge in der Kirche von Reims nicht mehr an den Ort gelangen konnte, wo die vorbereiteten heiligen Öle aufbewahrt wurden, soll sich der Himmel geöffnet haben und eine Taube mit der Heiligen Ampulle zu dem Bischof herabgestiegen sein. Mit dieser Legende wurde eine Analogie zur Taufe Jesu im Jordan hergestellt. Bemühten sich andere europäische Monarchien um die Herstellung von Analogien zum alttestamentlichen Königtum – etwa Sauls, Davids oder Salomons –, konnte sich allein Frankreich rühmen, sein Königtum auf einer göttlichen Basis in neutestamentlicher Analogie geschlossen zu haben. Noch im 16. Jahrhundert sprachen die gallischen Theologen von der Person des Königs als einer Monstranz des göttlichen Willens.
Deswegen war die Salbung des Königs auch einer der Hauptbestandteile der Krönungszeremonie – im französischen Sacre genannt. Der Kandidat wurde an Haupt, Händen, Schulter, Genick und Brust gesalbt. Zuvor wurde die Heilige Ampulle in einer feierlichen Prozession von der Abtei Saint-Rémi zu Reims, wo sie im Hochgrab des heiligen Remigius aufbewahrt wurde, in die Kathedrale geleitet.

Metall-Halbleiter-Feldeffekttransistor

Der Metall-Halbleiter-Feldeffekttransistor (englisch metal semiconductor field effect transistor, MeSFET) gehört zur Gruppe der Sperrschicht-Feldeffekttransistoren (JFET). Im Aufbau ähnelt er einem n-Kanal-JFET, jedoch tritt an die Stelle des p-dotierten Gates ein Gate aus Metall. Dadurch bildet sich anstatt eines p-n-Übergangs ein gleichrichtender Metall-Halbleiter-Übergang (Schottky-Übergang) aus, denn das Metall des Gates berührt nun direkt das Halbleitermaterial.
Durch den sehr ähnlichen Aufbau und Funktionsweise besitzt der MeSFET nahezu dieselben Eigenschaften eines n-Kanal-JFETs:
Vorteil des MeSFET ist, dass durch den angrenzenden Schottky-Übergang die Ladungsträgerbeweglichkeit im Kanal ungefähr doppelt so groß ist wie bei MOSFETs. Dadurch sind größere Ströme bei gleichen Abmessungen, sowie höhere Arbeitsfrequenzen möglich. Außerdem ist im Gegensatz zum JFET eine selbstsperrende (engl. normally-off) Variante konstruierbar, bei welcher das Gate in das Substrat eingelassen ist.
Anwendung finden MeSFETs (vor allem GaAs-MESFETs) als Mikrowellentransistoren in Hochfrequenzverstärkern. Außerdem werden sie in sehr schnellen Logikschaltungen (Gigabitlogik) eingesetzt.

A Natural Disaster

Besetzung
A Natural Disaster ist das siebte Studioalbum der britischen Band Anathema. Es wurde am 3. November 2003 bei Music for Nations veröffentlicht. Am 24. Februar 2004 erschien es in den USA.

A Natural Disaster wurde mit Dan Turner im britischen Ort Battle aufgenommen. Etwas mehr als auf dem vorherigen Album A Fine Day to Exit gehen Anathema streckenweise zu den härteren Klängen von Judgement zurück. Als weitere stilistische Vergleiche für die zurückhaltenderen Anteile wurden etwa Pink Floyd, aber auch modernere britische Rockbands wie Radiohead oder Coldplay aufgerufen. Bei Are You There?, das in der Folge auch live im Duett aufgeführt wurde, sang Anna Livingstone den weiblichen Hintergrundgesang. Beim Titelsong stammt der Leadgesang von Lee Douglas, die auch schon auf dem Vorgängeralbum zu hören gewesen war. Im Stück Closer wird ein Vocoder verwendet.
Thom Jurek von Allmusic vergab viereinhalb von fünf Sternen. Er schrieb, „these Liverpudlians know how to make a dark rock album; it’s full of alienation, honest emotion, tense, suffocating theater, and stunningly beautiful textures“; „diese Liverpooler wissen, wie man ein Dark-Rock-Album macht; es ist voll von Entfremdung, ehrlichen Gefühls, Spannung, erstickendem Theater und beeindruckend schönen Texturen.“
Alle Stücke wurden von Danny Cavanagh geschrieben, außer wo anders angegeben.
Serenades (1993) • The Silent Enigma (1995) • Eternity (1996) • Alternative 4 (1998) • Judgement (1999) • A Fine Day to Exit (2001) • A Natural Disaster (2003) • We’re Here Because We’re Here (2010) • Weather Systems (2012) • Distant Satellites (2014)
The Crestfallen (1992) • Pentecost III (1995)
Resonance (2001) • Resonance 2 (2002) • Hindsight (2008) • Falling Deeper (2011)

Manduca quinquemaculatus

Manduca quinquemaculata
Manduca quinquemaculatus ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae).

Die Falter haben eine Vorderflügellänge von 52 bis 57 Millimetern. Die Art kann sehr leicht mit Manduca sexta verwechselt werden. Sie hat jedoch keine bräunliche, sondern eine gräuliche Grundfarbe. Auf den Vorderflügeln haben die Tiere eine blasse, ziemlich gerade, gräulich-weiße Binde vom Analwinkel bis etwa zur Hälfte des Außenrandes, an der parallel eine gleichmäßige schwarze Linie verläuft. M. sexta hat an dessen Stelle ein gezacktes weißes Band. Am Thorax ist M. sexta einfärbig braun gefärbt, M. quinquemaculatus hat einen heller gefärbten Thorax, dessen Tegulae dunkel gefärbt sind. Die Färbung und Musterung der Art ist nicht variabel.
Die Raupen treten häufig gemeinsam mit denen der ähnlichen Art auf. Sie tragen sieben Paar schräger, weißer Seitenstreifen, die jedoch nicht dunkel begrenzt sind. Auch reichen sie nicht auf das nächste Körpersegment nach hinten. Hinzu kommt, dass jeder Streifen unter den Stigmen mit einem waagerechten Streifen verbunden ist und die beiden Streifen gemeinsam ein charakteristisches „V“ bilden.
Die Puppe rotbraun und hat eine glatte Oberfläche. Wie auch bei M. sexta besitzt sie eine hervorstehende, freie Rüsselscheide. Der Kremaster ist ziemlich kurz und hat eine Doppelspitze.
Die Art ist die am weitesten verbreitete Schwärmerart Nordamerikas. Sie tritt vermutlich in praktisch allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten, zumindest als Irrgast, auf; Nachweise aus Montana, Wyoming und South Dakota fehlen jedoch bislang. Im Süden ist die Art selten. In Kanada tritt sie in Nova Scotia, im Süden von Québec, in Ontario nördlich bis Huntsville, in den südlichen Teilen der Prärieprovinzen und im Süden von British Columbia bis Summerland auf. Besiedelt werden verschiedene Lebensräume, die auch landwirtschaftlich genutzte Flächen einschließen. In Virginia und North Carolina tritt die Art als Schädling an Tabak und Tomate auf.
Die Falter schlüpfen tagsüber, sie werden aber erst während der Abenddämmerung aktiv. Sie werden durch künstliche Lichtquellen angelockt, wo sie häufig in großer Zahl auftreten. Die Imagines sind wichtige Bestäuber und sind an Rosafarbener Catharanthe (Catharanthus roseus), Lonicera japonica, Petunien (Petunia), Gewöhnlichem Seifenkraut (Saponaria officinalis), Flammenblumen (Phlox), Hakenlilien (Crinum), Nicotiana obtusifolia, Nicotiana attenuata und Agave parryi nachgewiesen.
Die Falter fliegen im Norden und Südwesten ihres Verbreitungsgebiets in einer Generation im Juli und August. In Virginia und North Carolina sowie westlich entlang dem unteren Mississippital und südlich zum Tal des Rio Grande fliegen sie offenbar in zwei Generationen im Frühling und Herbst.
Lange Zeit galten Nachtschattengewächse (Solanaceae) als einzige Nahrungspflanzen der Art. Die Raupen fressen beispielsweise im östlichen Nordamerika häufig Tomate (Solanum lycopersicum) und Virginischen Tabak (Nicotiana tabacum). Im Südwesten findet man sie an verschiedenen Nachtschatten (Solanum), Großblütigem Stechapfel (Datura innoxia) und Nicotiana obtusifolia. Neuerdings wurde jedoch eine Population in Arizona an Kallstroemia parviflora aus der Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) entdeckt.
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an der Ober- und Unterseite der Blätter der Nahrungspflanzen ab. Die Raupen ruhen auf der Mittelrippe auf der Blattunterseite und fressen auch in dieser Position. Die Verpuppung findet einige Zentimeter tief im Boden in einer Erdhöhle statt.

Seeforelle

Als Seeforelle wird eine in großen, sauerstoffreichen Seen lebende großwüchsige Form der Forelle (Salmo trutta) bezeichnet. Obwohl unter dem Namen Salmo trutta lacustris (Linnaeus, 1758) beschrieben, handelt es sich bei der Seeforelle nicht um eine Unterart der Forelle, sondern lediglich um großwüchsige Populationen, die untereinander nicht näher verwandt sind als mit den Bachforellen in den Fließgewässern, die ihre Wohngewässer umgeben. Seeforellen kommen in Mitteleuropa, im Alpenraum, in Skandinavien, im Baltikum, in Nordrussland, auf den Britischen Inseln und auf Island vor.

Seeforellen erreichen Längen von 40 bis 80 cm. Ihr Körper ist langgestreckt, seitlich leicht abgeflacht und hat eine je nach Wohngewässer unterschiedliche Färbung. Immer sind die meist sehr hellen Flanken mit unregelmäßigen schwärzlichen, gelegentlich auch braunen oder rötlichen Punkten oder Ringen gemustert. Die Schuppen sind klein, 110 bis 120 zählt man entlang der Seitenlinie, 14 bis 19 zwischen Seitenlinie und Fettflosse. Die Schnauze endet stumpf, die Maulspalte reicht bis hinter die Augen. Von den Kiemenreusenstrahlen des ersten Kiemenbogens sind die oberen und unteren knopfförmig, die mittleren stabförmig. Das Pflugscharbein ist bezahnt, 4 bis 6 Zähne stehen auf der Platte, auf dem Stiel findet sich vorn eine einfache Zahnreihe, hinten eine doppelte. Die Zähne auf dem Stiel des Pflugscharbeins sind abwechselnd nach rechts oder links gebogen. Ältere Seeforellen sind hochrückiger als junge.
Seeforellen sind in den meisten Fällen Wanderfische, die zum Ablaichen in die Zuflüsse ihrer Wohngewässer aufsteigen und nur gelegentlich in den Seen selbst laichen. Sie laichen von September bis Dezember. Ein Weibchen legt dann pro Kilogramm Körpermasse 1000 bis 2000 Eier in Laichgruben in den Kiesgrund. Die Eier haben einen Durchmesser von 5 bis 5,5 mm. Die geschlüpften Jungfische wandern im ersten oder zweiten Lebensjahr zurück in die Seen. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie mit einem Alter von 4 Jahren. Das maximale Alter liegt bei 7 Jahren.
Seeforellen ernähren sich von Kleintieren, größere Adulte, „Grundforellen“ genannt, auch von Fischen. Wegen des großen Anteils von Krebstieren an ihrer Ernährung ist das Fleisch der Seeforelle rosig, und sie wird im Handel (wie auch andere Salmoniden mit rötlichem Fleisch) als Lachsforelle angeboten.

Europäische Äsche (2002) | Nase (2003) | Aland (2004) | Seesaibling (2005) | Koppe (2006) | Schleie (2007) | Bitterling (2008) | Aal (2009) | Karausche (2010) | Europäische Äsche (2011) | Huchen (2012) | Seeforelle (2013) | Sterlet (2014) | Nase (2015)

Eitelfriedrich Thom

Eitelfriedrich Thom (* 20. November 1933 in Stolp; † 12. Dezember 1993 in Blankenburg (Harz)) war ein international anerkannter deutscher Dirigent und Musikwissenschaftler.

Thom wurde 1933 in Stolp geboren und besuchte bis 1945 die dortige Volksschule und anschließend das Gymnasium. Im April 1946 flüchtete Thom über Plau und Bernburg nach Blankenburg im Harz. 1952 gründete er das „Collegium musicum Blankenburg“, das 1965 den Namen „Telemann-Kammerorchester“ erhielt. Von 1953 bis 1957 studierte er an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. 1956 initiierte Thom die „Blankenburger Musiktage“. 1958 initiierte er erstes Treffen zu Kursen „Jugend musiziert“, den späteren „Michaelsteiner Sommerkurs“. Nach seinem Staatsexamen im Jahr 1957 arbeitete Thom bis 1970 als Lehrer an der GutsMuths-EOS in Quedlinburg. 1973 folgte die Promotion zum Doctor philosophiae.
Ab 1968 nutzte Thom das Kloster Michaelstein für sein Orchester, die zerfallene Bausubstanz des Gebäudes wurde in jahrelanger Arbeit restauriert. Am 30. Juni 1968 fand das erste Konzert im Refektorium des Klosters statt. 1972 richtete Thom die erste wissenschaftliche Arbeitstagung in Michaelstein aus. Das ehemalige Kloster wurde 1978 zur Kultureinrichtung, die Leitung übernahm Thom. Neben dieser Tätigkeit war er von 1978 bis 1980 Leiter der Außenstelle Magdeburg der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. 1981 wurde Eitelfriedrich Thom zum Direktor und Musikalischem Oberleiter der Kultur- und Forschungsstätte Michaelstein ernannt. Am 1. September 1989 wurde das fest am Institut angestellte Barockensemble des Telemann-Kammerorchesters gegründet. Zwei Jahre später wurde Thom zum künstlerischen Leiter der Telemann-Festtage in Clausthal-Zellerfeld ernannt.
Eitelfriedrich Thom war bis 1989 Mitglied der SED. Später wurde er Mitglied der Rotarier und Freimaurer.

Hellweger Anzeiger

Der Hellweger Anzeiger ist eine Tageszeitung im Kreis Unna. Sie erscheint werktäglich im Verlag Graphische Betriebe F. W. Rubens KG mit einer verkauften Auflage von 32.202 Exemplaren. Seit 1. Dezember 2013 erscheint die Zeitung an sieben Tagen in der Woche. Die Ausgabe am Sonntag wird im Rahmen des Abonnements ausschließlich digital im Zeitungsseitenformat vertrieben. Der Hellweger Anzeiger betreibt Lokalredaktionen in Unna, Fröndenberg, Kamen, Bergkamen und Holzwickede, die die jeweiligen Lokalseiten für diese Gemeinden erstellen. In der Unnaer Zentralredaktion entsteht der Mantel in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten aus Dortmund und dem Westfälischen Anzeiger aus Hamm.
Vermarktet wird der Hellweger Anzeiger auch von der Mediakombi NRW, an deren Spitze der Kooperationspartner Funke Mediengruppe steht.

Am 15. Februar 1845 gab Friedrich Wilhelm Rubens erstmals den Hellweger Boten heraus. 1848 durfte die Zeitung, die bis dahin zensiert wurde, auch über politische Ereignisse berichten. 1903 wurde eine der ersten Setzmaschinen in Betrieb genommen; das Blatt erschien täglich. Drei Jahre später wurde in der Druckerei eine 16-seitige Rotationsmaschine installiert, die 12.000 Zeitungen in der Stunde drucken konnte. 1929 erfolgte die Umstellung auf eine neue Hochdruckrotationsmaschine. Die Nationalsozialisten unterwarfen die Zeitung der Zensur. Am 7. April 1945 erschien die vorläufig letzte Ausgabe.
Ab 1949 konnte der Hellweger Anzeiger wieder gedruckt werden. 1977 führte das Blatt als erste deutsche Zeitung ein elektronisches Satzsystem ein und schaffte die Bleisatztechnik ab.
Nach der Wende erschien am 27. April 1990 erstmals der Döbelner Anzeiger in Unnas Partnerstadt. Er wurde zunächst bei den Graphischen Betrieben F.W. Rubens in Unna gedruckt, später dann in Chemnitz und Dresden. Im Jahr 2004 veräußerte der Verlag Rubens den Döbelner Anzeiger an die „Sächsische Zeitung“ in Dresden.
Seit 2002 erscheint der Hellweger Anzeiger durchgängig vierfarbig. 2006 war der Hellweger Anzeiger die erste deutschsprachige Tageszeitung mit einer täglich erscheinenden Kindernachrichtenseite. Für dieses Engagement wurde die Redaktion 2008 mit dem Jugend-Drehscheibepreis der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet.
Im Mai 2013 kaufte der Verlag mit den beiden Verlegern Günter Rubens und Hans-Christian Haarmann die Ausgaben der Städte Unna, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen und Bergkamen (Auflage insgesamt: 8.000 Exemplare) des vorherigen Wettbewerbers Westfälische Rundschau. Der Verlag führt die Westfälische Rundschau als eigenständigen Titel fort. Der Mantel dazu wird von der WAZ aus Essen produziert, die Lokalteile vom Hellweger Anzeiger.
Die Funke Mediengruppe und der Hellweger Anzeiger kooperieren hier eng mit dem Medienhaus Lensing, das Anteile am Verlag Rubens und dem Hellweger Anzeiger hält. So liefern die Ruhr Nachrichten als Lensing-Titel die Inhalte für die Lokalteile der Tageszeitung Westfälische Rundschau in den Städten Dortmund, Lünen und Schwerte. Gleichzeitig liefert der Verlag Rubens mit dem Hellweger Anzeiger auch Inhalte aus seinem Verbreitungsgebiet an diese Lensing-Titel der Ruhr Nachrichten. Im Zusammenhang mit dem Titel Westfälische Rundschau sprechen Berufsverbände und Gewerkschaften von einer „Zombie-Zeitung“.
Die Auflage beträgt gegenwärtig 32.202 Exemplare. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 90,1 Prozent.
Entwicklung der verkauften Auflage

Franz Xaver Witt

Franz Xaver Witt (* 9. Februar 1834 in Walderbach; † 2. Dezember 1888 in Landshut) war ein deutscher Kirchenmusiker.

Witt wurde als ältester Sohn des Lehrers Johann Baptist Witt in Walderbach geboren. Nach dem Abitur studierte Witt am Lyceum Regensburg Theologie und Philosophie. 1856 wurde er zum Priester geweiht, 1859 als Lehrer für Choralgesang, Homiletik und Katechetik ans Klerikalseminar Regensburg berufen.
Mit der 1865 erschienenen Schrift Der Zustand der katholischen Kirchenmusik wandte er sich gegen die vielfachen kirchenmusikalischen Missstände seiner Zeit und wurde durch die Herausgabe der „Fliegenden Blätter für Kirchenmusik“ (ab 1. Januar 1866), der heute noch bestehenden „Musica Sacra“ (gegründet am 1. Januar 1868) und seine programmatische Rede auf der Katholikenversammlung in Innsbruck zum Wortführer der sich hauptsächlich in und um Regensburg bildenden Reformbewegung.
Diese Bewegung organisierte sich in einem von Witt am 1. September 1868 in Bamberg gegründeten Verein für katholische Kirchenmusik, dem Caecilienverein, dem Witt 20 Jahre mit kurzer Unterbrechung als Generalpräses vorstand.
In Walderbach sind eine Straße, eine Volksschule und das Rathaus nach ihm benannt.